Nach mehr als 20 Jahren gibt es eine Fortsetzung des international beliebten Bilderbuchklassikers "Der Grüffelo" der britischen Autorin Julia Donaldson und des deutschen Illustrators Axel Scheffler. Am Donnerstag ist die deutsche Ausgabe des Bands "Die Grüffelo-Oma" in der Weinheimer (Rhein-Neckar-Kreis) Beltz-Verlagsgruppe erschienen.
Neuer Band: Oma des Grüffelo hat ständig Hunger
Die Handlung: Die Oma des Grüffelo ist schlau, kann lesen und schreiben. Und: Sie hat immer Hunger. Deswegen wollen der Grüffelo und sein Kind für sie eine Suppe kochen, am liebsten mit einer tierischen Einlage, wie Fuchs, Eule, Schlange - oder doch lieber Maus? Doch die Maus hat schon in den beiden anderen Bänden gezeigt, wie schlau sie ist. Wird es der mutigen Maus erneut gelingen, die stacheligen Monster auszutricksen?
Erster Grüffelo-Band erschien 1999
Der erste Band der Erfolgsreihe erschien 1999. Schon da ging es um eine mutige Maus, die sich gegen ihre Fressfeinde trickreich zu behaupten weiß, indem sie einen ungeheuerlichen Beschützer erfindet, den Grüffelo. Doch plötzlich erscheint das Monster tatsächlich: "Er hat knotige Knie, eine grässliche Tatze, und vorn im Gesicht eine giftige Warze."
Die ersten beiden Bände "Der Grüffelo" und "Das Grüffelo-Kind" wurden mehrfach ausgezeichnet und nach Angaben des Weinheimer Verlags zusammen rund 18,2 Millionen Mal verkauft - davon mehr als vier Millionen Mal allein im deutschprachigen Raum. Sie wurden in 115 Sprachen und Dialekte übersetzt.
Warum sind die Grüffelo-Bücher so erfolgreich?
Der Erfolg liegt der Germanistin Ina Brendel-Kepser zufolge in der spannenden und zugleich komischen Geschichte. Sie sei durch die Handlungsstruktur, wenige Figuren und die gereimte Sprache schon für kleine Kinder zugänglich, erklärte Brendel-Kepser dem Evangelischen Pressedienst (epd). Sie ist Professorin für Neuere deutsche Literatur und Literaturdidaktik an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe.
Maus als Identifikationsfigur
Zudem sei die kleine Maus eine passende Identifikationsfigur. Solche Klein-gegen-Groß-Geschichten ermöglichten Kindern, Angst in einer geschützten Situation zu erproben und als "Angstlust, im Sinne wohligen Gruseln, zu erleben". Die Maus nutze ihre Gewitztheit und ihre sprachlichen Fähigkeiten, um die Machtverhältnisse zu verändern. Was zunächst bedrohlich erscheine, könne weniger mächtig sein als gedacht. In der Geschichte werde erfahrbar, dass Stärke nicht nur körperliche Stärke bedeutet, so Brendel-Kepser.