Das neue Heim für den Bootsverein Haßmersheim (Neckar-Odenwald-Kreis) ist in einer Werft in Haßmersheim angekommen. Das stillgelegte Lastenschiff aus Köln konnte dank der Unterstützung vieler Vereine aus der Region bezahlt werden. Vergangenen Mittwoch hatte es in Mannheim in der Nähe der Feudenheimer Schleuse angelegt, als Zwischenstation. Dort waren zahlreiche Mitglieder des Bootsvereins Haßmersheim an Bord, um sich das 130 Jahre alte Schiff vor Ort schon mal anzuschauen. Noch diese Woche soll das Schiff in den Hafen an seinen Standort gebracht werden.
Das fühlt sich schon sehr, sehr gut an.
Neues Schiff durch Spenden finanziert
Das Lastenschiff, das aus den Niederlanden stammt, hat laut dem Verein rund 6.000 Euro gekostet. Finanziert wurde es durch Spenden. Allerdings, so der Vereinsvorsitzende Alfred Hehn, sei man weiter auf Spenden angewiesen. Denn: Ein Großteil der Kosten für Transport, diverse Prüfungen und Genehmigungen stehe noch aus. Das 20 Meter lange Lastenschiff, dass das neue schwimmende Vereinsheim werden soll, ist laut Hehn voll ausgestattet – mit Küche, Spüle, WC, Tresen, Tischen und Stühlen.
Altes Vereinsheim versank im Neckar
Das bisherige Vereinsheim hatten die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder finanziert und hergerichtet. Es stand auf einem Ponton im Neckar. Der Ponton wurde durch leere Stahlfässer an der Neckar-Oberfläche gehalten, doch einige Fässer waren undicht geworden. Sie waren nach und nach mit Wasser vollgelaufen, dadurch war der Ponton samt Vereinsheim in den Neckar gesunken. Die Bergungsarbeiten waren aufwändig und teuer, auch diese Kosten wurden laut Verein durch Spenden finanziert, unter anderem aus Obrigheim, Zwingenberg (beide Neckar-Odenwald-Kreis) Wörth (Landkreis Germersheim), Heilbronn, Offenau (Landkreis Heilbronn) und Bietigheim-Bissingen (Landkreis Ludwigsburg).
Schwierige Bergung des versunkenen Vereinsheims
Fast zwei Wochen lang war das Vereinsheim im Herbst vergangenen Jahres im Neckar auf Grund gelegen. Bei der Bergung waren unter anderem zwei große Kräne im Einsatz, um Ponton und Clubhaus vom Grund des Neckars heben zu können. Doch schnell wurde allen Beteiligten klar: Das Vereinsheim war nicht mehr zu retten. Die Versicherung übernahm den Schaden nicht, da es sich um einen Wasserschaden, aber keinen Gebäudeschaden handelte.
Die Auflösung des Vereins war zeitweise Thema unter den Mitgliedern des Bootsvereins.
Der Bootsverein hatte das alte schwimmende Vereinsheim ehrenamtlich rund 30 Jahre lang betrieben und bewirtschaftet. Jetzt gilt es laut dem Vereinsvorsitzenden, das neue schwimmende Vereinsheim, das immerhin 130 Jahre auf dem Buckel hat, vor allem im Innenraum zu renovieren. Natürlich sehe man noch viel Arbeit, sagte Hehn dem SWR. Aber das werde man locker bewältigen.