Städte planen mehr Schutz vor Hitze

Nächste Hitzewelle: Was hat sich in Mannheim und Heidelberg getan?

Ab Mittwoch werden in der Rhein-Neckar-Region wieder Temperaturen bis knapp unter 40 Grad erwartet - knapp einen Monat nach der letzten Hitzewelle. Sind die Städte vorbereitet?

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Stand

38 Grad: Das ist die aktuelle Temperaturprognose für Donnerstag. Am Mittwoch könnten es an Rhein und Neckar schon bis zu 36 Grad werden. Zum zweiten Mal in 2026 wird es damit richtig heiß - eine Belastung besonders für Bildungs- und Pflegeinrichtungen. Sowohl Mannheim als auch Heidelberg haben ihre unterstützenden Maßnahmen laut eigener Aussage seitdem angepasst.

Mannheimer Gemeinderat passt "Hitzeaktionsplan" an

Im Mannheimer Gemeinderat ist am Dienstag der sogenannte "Hitzeaktionsplan 2.0" verabschiedet worden. Er soll die bisher getroffenen Maßnahmen ergänzen - unter anderem sollen besonders Menschen über 65 Jahren oder solche mit Vorerkrankungen durch Aufklärung und Prävention geschützt und mehr beschattete Sitzmöglichkeiten geschaffen werden. Zudem sollen Checklisten für die Verantwortlichen von Kitas, Schulen oder Pflegeheimen künftig helfen, die richtigen Maßnahmen rechtzeitig zu ergreifen. Auch ein städtischer "Hitzestab" wird eingerichtet. Unter anderem die FDP-Fraktion hatte weitreichendere Maßnahmen gefordert: Zum Beispiel die langfristige und flächendeckende Anschaffung von Klimageräten für Kindergärten und Schulen in Mannheim - eine Investition, die die Stadt aber derzeit nicht aufbringen kann. Ein gezielter Einsatz soll zukünftig aber zur Debatte stehen.

Klimageräte flächendeckend nur in Heidelberger Kitas

Die Installation von Klimageräten kann man in Heidelberg zumindest für die Kindertagesstätten gewährleisten. Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos) hat am Montag angekündigt, dass 35 Geräte zeitnah in Heidelberger Kindergärten installiert werden sollen. Ergänzt werden, sollen sie laut Würzner durch einige, an gezielt ausgewählten Bereichen in Schulen. "Die Klimaveränderung findet statt, viel schneller als wir gedacht haben und wir müssen noch mehr Geld in die Hand nehmen", so Würzner. Doch auch Heidelberg verfügt nicht über ausreichende Mittel, um in jeder Einrichtung zu handeln. Der Oberbürgermeister hat die Maßnahmen zusammen mit einer "Task Force Hitzeschutz" am Montag bei einem Pressegespräch angekündigt.

Wir müssen noch mehr Geld in die Hand nehmen.

"Kühle Karten" in beiden Städten

Die Heidelberger Task Force soll entsprechende Projekte schnell vorantreiben, etwa die "Kühle Karte", die wichtige Standorte zur Abkühlung in der Stadt anzeigt. Dazu gehören zum Beispiel die drei öffentlichen Trinkbrunnen. Laut Stadt sollen sie durch neue Brunnen, zum Beispiel auf dem Wilhelmsplatz in der Weststadt ergänzt werden. Eine Karte mit Kühlen Orten gibt es in Mannheim schon länger - auch Trinkbrunnen sind dort eingezeichnet.

Appell zur Selbsthilfe: Nachbarschaftshilfe und Trinkwasserangebote bei Hitze

Beide Städte setzen bei ihren erneuerten Strategien darauf, dass die Stadtgesellschaft sich auch untereinander aushilft. So soll der erneuerte Hitzeschutzplan auch ein Nachbarschaftsnetzwerk in Mannheim etablieren. Hierfür sollen Patensysteme entwickelt werden, "bei denen sich Nachbarinnen und Nachbarn freiwillig bereit erklären, während Hitzeperioden […] regelmäßig Kontakt zu gefährdeten Personen zu halten", heißt es in der Vorlage. In Heidelberg werden Gastronomien angehalten als "Trinkwassertankstelle" zu fungieren - also zum Befüllen von Wasserflaschen zur Verfügung zu stehen.

AWO Mannheim wünscht sich mehr Unterstützung

Der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) betreibt in Mannheim mehrere Pflegeheime für Seniorinnen und Senioren. Auf SWR-Anfrage betont man hier, dass es vor allem selbstentwickelte Maßnahmen sind, die an und vor extrem heißen Tagen greifen. Das sind vor allem Änderungen im Zeitablauf und ein stärkeres Augenmerk auf die Flüssigkeitsversorgung. Man wünsche sich auf kommunaler und auf Landesebene aber mehr Unterstützung.

Klimaanpassung und Hitzeschutz in sozialen Einrichtungen sind aus unserer Sicht eine öffentliche Aufgabe.

Dazu gehöre nicht nur die Förderung von Klimaanlagen: "Sinnvoll wäre vielmehr ein technologieoffener Ansatz, der beispielsweise außenliegenden Sonnenschutz, Verschattungssysteme, energetische und bauliche Maßnahmen gegen sommerliche Überhitzung und Begrünung [...] umfasst", so der Kreisverbandsvorsitzende Alexander Manz, auch weil das Thema eine öffentliche Aufgabe sei.

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Vuk Dajović
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