Das Museum Sammlung Prinzhorn beherbergt eine weltweit einzigartige Sammlung. Sie umfasst rund 40.000 Werke von Menschen, die in psychiatrischen Einrichtungen untergebracht waren oder sind. Die frühesten Werke datieren aus dem Jahr 1840.
Viele Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeiten in der Sammlung zu sehen sind, verbrachten einen Großteil ihres Lebens in der Anstalt. Die von ihnen geschaffenen Werke galten lange Zeit als "Irrenkunst" , heute werden sie der "Art Brut" oder der "Outsider Art" zugeordnet.
25-jähriges Bestehen der Sammlung Prinzhorn
Rund 100 Jahre nach ihrer Gründung durch den Kunsthistoriker und Psychiater Hans Prinzhorn erhielt die Sammlung 2001 in Heidelberg ein eigenes Museum und wurde somit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Es befindet sich in einem umgebauten Hörsaalgebäude auf dem Gelände des Altklinikums in Heidelberg-Bergheim.
Zum 25-jährigen Bestehen des Museums gibt es jetzt eine Sonderausstellung unter dem Titel "Alles Kunst?". Die Schau geht der Frage nach, wie Werke von psychisch erkrankten Menschen, die ursprünglich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren, heute als Kunstobjekte präsentiert werden können. Die Museumsleitung spricht von "Kunst am Rande der Kunst". Ziel sei es, neue Ausstellungsformen zu finden.
Neue Wege der Präsentation
Speziell für die Ausstellung wurde zum Beispiel eine lebensgroße Puppe rekonstruiert, die die Patientin Katharina Detzel (1872 - 1960) geschaffen hatte. Davon existierte nur noch ein Foto.
Auch ein Werk von Else Blankenhorn (1878 - 1920) ist zu sehen. Die Karlsruherin stammte aus einer wohlhabenden Professorenfamilie. Sie glaubte, die Frau des deutschen Kaisers Wilhelm II. zu sein. Blankenhorn entwarf in der Klinik eine eigene Phantasiewährung. Mit diesen "Geldscheinen" wollte sie die Auferstehung verstorbener Liebespaare finanzieren. Für die Ausstellung wurden die "Banknoten" jetzt nachgedruckt. Sie können von den Besuchern in die Hand genommen werden. Wer möchte, kann sie auch kaufen - dann allerdings mit echtem Geld.
Die Ausstellung zeigt unterschiedliche Werke aus vielen Jahrzehnten. Sie ist bis zum 31. Januar 2027 zu sehen. Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 7 Euro. Montags ist das Museum geschlossen.