Aktionen gegen Konflikte im Stadtteil

Kinder oder Partyvolk: Ärger um die Spielplätze in Mannheim-Jungbusch

Im Mannheimer Jungbusch wird gerne gefeiert. Das führt auch zu Konflikten, zum Beispiel auf den Spielplätzen. Denn die nutzen nicht nur Kinder, sondern manchmal auch Feiernde.

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Stand

Von Autor/in Philipp Behrens

Tagsüber gehören die Kinderspielplätze im Mannheimer Stadtteil Jungbusch den Kindern. Abends sind hier aber auch oft Betrunkene, die herumgrölen, Bierflaschen gehen zu Bruch oder die Menschen rauchen auf dem Spielplatz.

Mitmachaktionen für saubere Spielplätze

Den schlechten Zustand der Spielplätze im Quartier beklagt unter anderem der Verein des Gemeinschaftszentrums. Bei der Aktion "Vereint für gute Spielplätze" werden deshalb noch bis Freitag Spielplätze gemeinsam sauber gemacht. Außerdem will man gezielt Menschen ansprechen, gemeinsam Müll sammeln und entsorgen. Mit dabei sind Vereine, Bewohnerinnen und Bewohner sowie Elterninitiativen.

Kinder und Betrunkene auf dem gleichen Spielplatz

Das Problem kennt auch der zwölfjährige Mannheimer Schüler Shanel Stefanov. Wenn er spielen will, geht er mit seinen Freunden am liebsten auf den Spielplatz am Sackträgerplatz in der Beilstraße. Das ist der zentrale Platz im ehemaligen Hafenarbeiterviertel Mannheims. Dort gibt es eine Rutsche, ein Turm zum Klettern und jede Menge Platz zum Toben. Der Zwölfjährige wohnt mit seiner Familie gleich um die Ecke.

Hier sind richtig viele Besoffene, weil es hier so viele Bars und Clubs gibt.

Vor allem im Sommer werden aber die Probleme deutlich. Denn dann sind die Kinder auch abends noch auf dem Spielplatz. Wenn Shanel mit seinen Kumpels auf dem Spielplatz ist, kommt es vor allem am Wochenende immer wieder zu Konflikten. Dann sind viele Feiernde unterwegs und es kann passieren, dass jemand seine Notdurft verrichtet. Es liegen oft Glasscherben herum, manchmal auch Drogenutensilien.

Feiernde kommen aus der Region in den Jungbusch

Um die Konflikte zu entschärfen, gibt es seit einiger Zeit sogenannte Spielplatzpaten. Stefanie Berragrag ist eine von den Ehrenamtlichen. Sie ist selbst im Jungbusch aufgewachsen und lebt immer noch hier - jetzt mit ihren Kindern.

Wenn Leute aus dem Viertel Müll auf dem Spielplatz hinterlassen oder sich daneben benehmen, sucht Stefanie Berragrag das Gespräch. Im Viertel kennen sie alle, Probleme gibt es häufiger mit Leuten von außerhalb, sagt sie.

Manchmal muss man rabiat sein.

Wenn die Leute nicht einsichtig sind, ihren Dreck einfach da lassen und Kindern den Spielplatz nicht überlassen, dann alarmiert sie notfalls auch die Polizei.

Spielplätze im Jungbusch: Mehr Probleme als in anderen Stadtteilen Mannheims?

Auf Anfrage des SWR teilt die Polizei mit, dass es im Mannheimer Stadtteil Jungbusch "kein erhöhtes Einsatzaufkommen" gibt. Es gebe auch keinen akuten Handlungsbedarf, um die dortige Sicherheit zu verbessern. Darüber wundert sich die Spielplatzpatin. Sie hat selbst den Eindruck, dass sie mit ihrem Ehrenamt deutlich mehr zu tun hat als früher, sagt sie.

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Philipp Behrens
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Bild Ninja Degen, SWR Studio Karlsruhe