OpenAI auf Mannheimer Startup-Konferenz

KI an der Uni: Ist Studieren ohne ChatGPT und Co. noch möglich?

Mit echten Chats will Tech-Riese OpenAI zeigen, wie künstliche Intelligenz Studierende besser macht. Doch Experten warnen auch vor Risiken. Wie kann die KI-Revolution an Unis gelingen?

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Von Autor/in Vuk Dajović

Der Q-Summit ist eine Startup-Messe die von Studierenden der Universität Mannheim organisiert wird. Auf dem Programm: Bekannte Speaker, Workshops und zahlreiche Vernetzungsmöglichkeiten. Einer der prominentesten Namen auf der diesjährigen Agenda ist OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT. Anhand echter Chats zwischen Studierenden und der KI möchte der Tech-Riese zeigen, wie der Sprachbot heute konkret beim Lernen helfen kann. Unter den Beispielen: Befehle wie "Erstelle Übungsaufgaben" oder "Bereite einen Lernplan vor".

Mit KI schneller und effizienter als früher

Konstantin Wadé und Nick Jüttner sind Mitorganisatoren des Events und haben selbst Chats eingereicht. Wadé und Jüttner studieren BWL an der Universität Mannheim. Für sie ist das Arbeiten ohne KI-Sprachbots wie ChatGPT oder Gemini von Google kaum mehr vorstellbar - zum Beispiel beim Nacharbeiten von Vorlesungen: "Mir hilft es schon, weil das zum Teil Präsentationen mit 60 bis 70 Slides sind. Da hilft mir die KI einen groben, roten Faden zu bilden", sagt Wadé. Sein Kommillitone Jüttner lässt sich zum Beispiel fehlende Lösungen zu Übungsaufgaben erstellen. Beide nutzen die KI, um schneller und effizienter zu sein.

Konstantin Wadé und Nick Jüttner auf dem Q-Summit in Mannheim
Konstantin Wadé und Nick Jüttner auf dem Q-Summit in Mannheim.

OpenAI: "Vorbereitung für den Jobmarkt"

OpenAI wird auf dem Kongress von Eva Spannagl vertreten. Die Startup-Beauftragte des Unternehmens erklärt, warum man sich entschieden hat, die Chats zu präsentieren: "Wir glauben, dass KI Studenten heute die Möglichkeit gibt, besser und kreativer zu sein und personalisierter zu lernen." Für Spannagl wird in der Uni im Bereich der Künstlichen Intelligenz schon der Grundstein für die Zukunft gelegt: "Wir sehen, dass Studenten, die gut mit KI umgehen, sich nicht nur leichter tun beim Lernen, sondern auch besser auf den Jobmarkt vorbereitet sind." Spannagl hält es für ein Riskio, sich erst kurz vor dem Berufseinstieg damit auseinanderzusetzen.

Eva Spannagl von OpenAI
Eva Spannagl von OpenAI: "KI lässt Studenten personalisierter lernen."

KI und die Folgen: Unis schlagen Alarm

Dass die Sprachmodelle im Uni-Alltag angekommen sind, steht außer Frage. Bei einer Erhebung der Goethe-Universität Frankfurt haben fast 90 Prozent aller Befragten angegeben, beim akademischen Schreiben auf KI zurückzugreifen. Zwar sagen hier die meisten, dass sie sich nur inspirieren lassen - trotzdem birgt der Einsatz laut vielen Experten Gefahren: Betrug bei Hausarbeiten, die Verwendung zweifelhafter Quellen oder das Verlernen des kritischen Denkens.

Es braucht eine Abkehr von reinen Textarbeiten.

Thilo Hagendorff forscht an der Universität Stuttgart zu Künstlicher Intelligenz. Für das Problem des Betrugs sieht er eine relativ einfache Lösung: "Für die Zukunft ist es wichtig, dass sich Prüfungsleistungen an die technischen Gegebenheiten anpassen. Es sollte dahin gehen, dass es mehr mündliche Prüfungen gibt." Hagendorff sieht aber ein weiteres Problem: Den sogenannten "Digital Divide". Männer würden mehr KI benutzen als Frauen, ebenso Studierende aus Naturwissenschaften mehr als welche aus anderen Bereichen. Dazu käme der Umstand, dass bessere KIs viel Geld kosten. All das führe zu einem Vorteil für eine Gruppe und einer ungleich verteilten Nutzung von generativer KI unter Studierenden, so Hagendorff.

Tutor statt Ghostwriter

Die Mannheimer Studierenden, der KI-Forscher und die Vertreterin von OpenAI sind sich in einer Sache einig: Wenn die Chatbots als Tutor benutzt werden statt zum Betrügen, könne man das als großen Fortschritt betrachten. "Exzellente Lehrpersonen sind selten. Das sind Lehrpersonen, die fachlich stark, didaktisch gut, extrem geduldig und mehrsprachig sind. Diesen Mängel kann die KI abfedern", so KI-Forscher Hagendorff. Sollte dann doch betrogen werden, ist das mittlerweile auch rechtlich gesehen eine "besonders schwere Täuschung", das hat das Verwaltungsgericht Kassel vor wenigen Wochen entschieden.

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