Die Stadt Mannheim steigt aus dem Uniklinikum aus und übergibt den größten Teil seiner Anteile an das Uniklinikum Heidelberg. Diese Verträge sind am Dienstagabend im Gemeinderat bei nur einer Enthaltung beschlossen worden. Damit ist Mannheim langfristig finanziell entlastet, zahlt aber in den kommenden drei Jahren einen hohen Preis. Denn Mannheim muss zusätzlich 200 Millionen Euro aus dem Haushalt einsparen. 2026 rund 56 Millionen Euro, 2027 rund 75 Millionen und 2028 noch einmal rund 64 Millionen Euro. Darüber informierte Oberbürgermeister Christian Specht (CDU) am Dienstag.
Harte Auflagen des Regierungspräsidiums
Warum muss Mannheim jetzt 200 Millionen Euro zusätzlich sparen? Weil das Regierungspräsidium festgelegt hat, dass der 200 Millionen Euro Kredit für das Klinikum in den kommenden drei Jahren aus dem laufenden Haushalt beglichen werden muss. Die 200 Millionen sind eine Investition in das Erneuerungsprojekt "Neue Mitte". Diese letzte Investition ins Klinikum war vertraglich so festgelegt worden.
Damit beginnt eine neue, noch härtere Sparrunde in der Stadt. Die Stadtgesellschaft wird die Folgen zu spüren bekommen. Vor dem Gemeinderatssaal protestieren bereits jetzt vor jeder Sitzung Initiativen, die sich gegen Kürzungen bei ihrer Schule, ihrer Kita oder ihrer Organisation wenden.
Neue Zeiten für das Universitätsklinikum Mannheim
Für das Uniklinikum Mannheim beginnen dagegen neue Zeiten. Am Mittwoch steht Oberbürgermeister Christian Specht (CDU) bei einer Anhörung in Stuttgart noch einmal Rede und Antwort. Bereits am Donnerstag soll dann im Landtag die erste Lesung für eine Änderung des Universitätsklinik-Gesetzes sein. Die Gesetzesänderung ist nötig, um den Kauf des Uniklinikums Mannheim durch das Uniklinikum Heidelberg zu ermöglichen.
Die Heidelberger kaufen 89,9 Prozent der Anteile an der Mannheimer GmbH, 10,1 Prozent bleiben in Mannheim bei der Stadt, weil das den Zugriff auf Fördergelder und eine gewisse Mitsprache erlaubt.