Tatverdächtiger festgenommen

Auto rast in Mannheim in Menschenmenge: Das ist bekannt

In der Mannheimer Innenstadt ist ein Autofahrer in eine Menschengruppe gefahren. Zwei Menschen starben, weitere wurden verletzt. Der Täter wurde festgenommen.

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Stand

Autofahrer fährt in Menschengruppe

In der Mannheimer Fußgängerzone ist am Montag gegen 12:15 Uhr am Paradeplatz ein Auto in eine Menschengruppe gefahren. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Mannheim, des Landeskriminalamtes (LKA) und des Polizeipräsidiums Mannheim wurden zwei Menschen, eine 83-jährige Frau und ein 54-jähriger Mann, getötet und fünf schwer verletzt. Sechs weitere Personen erlitten leichte Verletzungen, zuvor hatte die Polizei von fünf Leichtverletzten berichtet. Die Polizei gehe davon aus, dass der Fahrer die Menschen bewusst mit seinem Auto erfasste, so Mannheims Polizeipräsidentin Ulrike Schäfer. 

Die Stadtverwaltung teilte mit, dass die Verletzten in mehrere Krankenhäuser gebracht wurden. Laut Uniklinikum Mannheim werden dort drei Schwerverletzte behandelt. Es handelt sich den Angaben zufolge um zwei Erwachsene und ein Kind. Wie die BG-Klinik in Ludwigshafen mitteilte, wurde dort ebenfalls eine verletzte Person eingeliefert.

Der Ticker zu den Geschehnissen in Mannheim am Montag zum Nachlesen:

Mannheim

Auto rast in Menschenmenge Das war der Ticker zum Polizeieinsatz in Mannheim: ++ Verdächtiger verletzte sich mit Schreckschusswaffe ++ Hinweise auf psychische Erkrankung ++

In Mannheim ist am Montag ein Auto in eine Menschenmenge gerast. Es gibt Tote und Verletzte. SWR Aktuell BW berichtet in einem Liveticker.

Autofahrer soll Deutscher aus Ludwigshafen sein 

Die Pressekonferenz der Polizei können Sie hier nachschauen:

Laut Polizei wurde der Täter festgenommen. Innenminister Thomas Strobl (CDU) bestätigte SWR-Informationen, wonach es sich um einen deutschen Staatsbürger handelt, der im rheinland-pfälzischen Ludwigshafen wohnt. Gegen ihn wird laut Staatsanwaltschaft wegen zweifachen Mordes und mehrfachen versuchten Mordes ermittelt.

Die Polizei geht nicht von weiteren Tätern und auch nicht von einem politischen Hintergrund aus. Es gebe Anhaltspunkte für eine psychische Erkrankung des Mannes, sagte der Leitender Oberstaatsanwalt Romeo Schüssler bei einer Pressekonferenz. Nach der Tat habe sich der Mann mit einer Schreckschusswaffe in den Mund geschossen. Er sei ärztlich versorgt worden, war am Montag aber noch nicht vernehmungsfähig. Am Dienstag soll er nun vernommen werden, wie das Landeskriminalamt dem SWR bestätigte.

Mannheim

Motiv weiter unklar Nach Amokfahrt in Mannheim: Haftbefehl wegen Mordes erlassen

Nach der Amokfahrt in der Mannheimer Fußgängerzone mit zwei Toten hat das Amtsgericht Haftbefehl gegen den 40-jährigen Fahrer erlassen. Er sitzt in Untersuchungshaft.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Der Täter habe ein paar Vorstrafen, die lange zurücklägen, sagte Schüssler. Dabei gehe es um eine Körperverletzung, für die er eine kurze Freiheitsstrafe verbüßt habe vor über zehn Jahren, außerdem ein Fall von Trunkenheit im Verkehr. Bei seiner letzten Tat handle es sich um ein Delikt im Bereich Hate Speech aus dem Jahr 2018: Wegen eines Facebook-Kommentars wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt.

Der Mann ist laut der Ermittlerinnen und Ermittler Landschaftsgärtner. Ob der 40-Jährige gerade gearbeitet habe, wisse man nicht. Er sei ledig, habe keine Kinder und keine Partnerin oder keinen Partner. Man gehe davon aus, dass er allein gelebt habe, so Schüssler.

Hinweistelefon für Betroffene, Zeugen und Angehörige

Die Polizei hat ein Hinweistelefon für Zeugen und Angehörige eingerichtet unter der Rufnummer: 0800-503503555. Außerdem gibt es eine Sammelstelle für Zeugen. Zudem wurde in der Cafeteria des Universitätsklinikums (Haus 40) eine Notfallbetreuung, unter anderem durch die Klinikseelsorge, eingerichtet.

Diese abscheuliche unmenschliche Attacke auf friedliche Menschen erschüttert uns alle zutiefst.

Grosseinsatz Polizei Mannheim - Kontrolle Adenauerbrücke
Auf der Konrad-Adenauer-Brücke führt die Polizei eine große Kontrolle in Fahrtrichtung Ludwigshafen durch. Bild in Detailansicht öffnen
Polizei kontrolliert die Adenauer-Brücke in Richtung Ludwigshafen nach Polizeieinsatz in Mannheim
Die Polizei kontrolliert bei einem Großeinsatz die Mannheimer Adenauer-Brücke. Bild in Detailansicht öffnen
Auf der Konrad-Adenauer-Brücke führt die Polizei eine große Kontrolle in Fahrtrichtung Ludwigshafen durch.
Auf der Konrad-Adenauer-Brücke führt die Polizei eine große Kontrolle in Fahrtrichtung Ludwigshafen durch. Bild in Detailansicht öffnen
Polizeieinsatz in der Mannheimer Innenstadt.
Neben dem Großaufgebot der Polizei war auch der Rettungsdienst in Mannheim im Einsatz. Bild in Detailansicht öffnen
Rettungskräfte bei einem Einsatz in der Mannheimer Innenstadt.
Am Montagnachmittag hat die Polizei die Mannheimer Innenstadt abgesperrt. Bild in Detailansicht öffnen
Ein Großeinsatz der Polizei in Mannheim.
Auch der Bereich rund um den Mannheimer Wasserturm wurde gesperrt. Bild in Detailansicht öffnen
Rettungskräfte in der Mannheimer Innenstadt.
Die Polizei bittet die Bürgerinnen und Bürger die Mannheimer Innenstadt großräumig zu umfahren. Bild in Detailansicht öffnen
Großaufgebot der Polizei in der Mannheimer Innenstadt.
Die Polizei ist am Montag mit einem Großaufgebot in der Mannheimer Innenstadt präsent. Bild in Detailansicht öffnen
Eine Gruppe Polizisten in der Mannheimer Innenstadt.
In der Mannheimer Innenstadt beraten Polizistinnen und Polizisten, wie man weiter vorgehen soll. Bild in Detailansicht öffnen
Ein großer Polizeieinsatz in der Mannheimer Innenstadt.
Wegen eines Polizeiaufgebots und einer Sperrung ist die Mannheimer Innenstadt leer. Bild in Detailansicht öffnen
Drei Polizisten laufen durch die Mannheimer Innensstadt.
Drei Polizisten laufen bei einem Großeinsatz druch die Mannheimer Innenstadt. Bild in Detailansicht öffnen

Innenministerin Faeser und Ministerpräsident Kretschmann besuchen Mannheim

Die Pressekonferenz mit Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) un dem Mannheimer Oberbürgermeister Christian Specht (CDU) können Sie hier nachschauen:

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) waren am Montagabend in Mannheim, um gemeinsam mit Oberbürgermeister Christian Specht (CDU) am Paradeplatz der Opfer zu gedenken.

Kretschmann sagte, es sei traurig, dass schon wieder so eine schlimme Tat passiert sei. "Wir wünschen den Verletzen gute Besserung", sagte er. Auch er dankte der Polizei und den Rettungskräften. "Ich kann nur versichern: Wir tun das, was der Staat tun kann, um seine Bürgerinnen und Bürger zu schützen." Aus allen Taten werden Konsequenzen gezogen, aber manchmal seien es Einzeltäter. "Wir können an diesem Tag nur traurig sein und allen Betroffenen viel Kraft wünschen".

Bundesinnenministerin Nancy Faeser sprach am Montagabend in Mannheim den Betroffenen ihr Beileid aus. Es sei "ein Horror am helllichten Tag" passiert. Nun müsse alles gegeben werden, um die Tat aufzuklären. Zudem dankte Faeser der Polizei und den Rettungskräften in Mannheim für ihre Arbeit.

Strobl sagte am Montagabend, die Polizei arbeite mich Hochdruck daran, die Tat aufzuklären. Hinweise auf weitere Tatverdächtige liegen nicht vor, auch einen Zusammenhang mit dem Rosenmontag gebe es nicht.

Fastnachtsumzüge in Heidelberg, Schwetzingen und Brühl abgesagt

Heidelberg, Schwetzingen und Brühl haben wegen der Ereignisse in Mannheim ihre Fastnachtsumzüge am Dienstag abgesagt. Die Stadt Heidelberg teilte mit, das sich die Verwaltung und die im Heidelberger Karneval Komitee zusammengeschlossenen Vereine am Montagnachmittag darauf in einer gemeinsamen Krisensitzung verständigt haben. Der Schritt sei auch mit Städten und Gemeinden im Umland abgestimmt, die am Dienstag Umzüge geplant hatten.

Die schrecklichen Bilder aus Mannheim sind erschütternd und wir sind in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien. Unsere Nachbarstadt muss zum zweiten Mal binnen eines Jahres so eine furchtbare Gewalttat erleiden.

In so einer Situation sei es unvorstellbar, in Heidelberg einen fröhlichen Fastnachtszug zu feiern. Auch der Oberbürgermeister von Schwetzingen, Matthias Steffan (parteilos) teilte mit, dass die tragischen Ereignisse in Mannheim alle tief erschüttert hätten und die Absage des Fastnachtumzuges in dieser Situation die "einzig richtige Entscheidung" sei.

Der Fasnachtsmarkt am Wasserturm hat nach dem Vorfall geschlossen und die Straßenfasnacht in der Innenstadt findet nicht statt, teilte die Stadt Mannheim mit.

Mannheim

Motiv weiter unklar Nach Amokfahrt in Mannheim: Haftbefehl wegen Mordes erlassen

Nach der Amokfahrt in der Mannheimer Fußgängerzone mit zwei Toten hat das Amtsgericht Haftbefehl gegen den 40-jährigen Fahrer erlassen. Er sitzt in Untersuchungshaft.

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Mannheim

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