Pressekonferenz im Polizeipräsidium Mannheim zum Nachschauen
In Mannheim ist ein Auto in eine Menschenmenge gerast. Ulrike Schäfer (Polizeipräsidentin Mannheim), Romeo Schüssler (Leitender Oberstaatsanwalt), Andreas Stenger (Präsident Landeskriminalamt BW) und Alexander Schwarz (Opferbeauftragter Landesregierung BW) äußerten sich im Polizeipräsidum zum Stand der Ermittlungen.
Hier können Sie die Pressekonferenz nachschauen:
Fußgängerzone war nicht mit Pollern gesichert
Die Straße in der Mannheimer Innenstadt, auf der ein Mann in eine Menschengruppe gefahren ist, war laut Polizei nicht mit Pollern oder Absperrungen gesichert. Auf den sogenannten Planken gebe es Straßenbahnverkehr, zudem gebe es die Möglichkeit, dass Lieferverkehr in die Straße einfahre, erklärte Mannheims Polizeipräsidentin Ulrike Schäfer.
Pressekonferenz mit Kretschmann, Faeser und Strobl zum Nachschauen
Am Abend haben Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Innenminister Thomas Strobl (CDU) und Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) Mannheim besucht. Auf einer Pressekonferenz haben sie ihre Anteilnahme ausgedrückt und sich bei Polizei und Rettungsdiensten bedankt.
Die Pressekonferenz können Sie hier nachschauen:
Tatverdächtiger ist Landschaftsgärtner und ledig
Der Tatverdächtige hinter der Todesfahrt von Mannheim ist von Beruf Landschaftsgärtner. Ob er aber gerade gearbeitet habe, wisse man nicht, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Romeo Schüssler in Mannheim. Er sei ledig, habe nach Erkenntnissen der Ermittlerinnen und Ermittler keine Kinder und keine Partnerin oder keinen Partner. Man gehe davon aus, dass er allein gelebt habe, so Schüssler.
SWR Extra-Sendung zum Nachschauen
Nachdem am Montagmittag ein Autofahrer in der Mannheimer Innenstadt in eine Menschengruppe fuhr, stehen viele unter Schock. Die ganze SWR Extra-Sendung von 20:15 Uhr hier zum Nachschauen.
Strobl in SWR Extra: Besondere Tragik, dass es wieder Mannheim trifft
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat es als besondere Tragik bezeichnet, dass es mit der heutigen Tat "wieder Mannheim trifft". Er erinnerte daran, dass im Mai vergangenen Jahres rund 300 Meter Luftlinie vom heutigen Tatort entfernt der Polizist Rouven Laur bei einer Messerattacke getötet wurde. Strobl sagte weiter, ein Auto sei eine leicht verfügbare Tatwaffe, die Tat reihe sich ein in eine Reihe von Straftaten, bei denen ein Auto als Waffe missbraucht wurde. Eine hundertprozentige Sicherheit gebe es nicht.
Todesopfer sind 83-jährige Frau und 54-jähriger Mann
Bei der Todesfahrt von Mannheim sind eine 83-jährige Frau und ein 54-jähriger Mann getötet worden. Das teilte der Präsident des Landeskriminalamts, Andreas Stenger, bei einer Pressekonferenz mit. Es gebe keine Erkenntnisse, dass Kinder betroffen waren.
Tatverdächtiger hatte Vorstrafenregister
Der Täter hinter der Todesfahrt von Mannheim war bei der Polizei kein unbeschriebenes Blatt. Es gebe ein paar Vorstrafen, die lange zurücklägen, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Romeo Schüssler in Mannheim. Dabei gehe es um eine Körperverletzung, für die er eine kurze Freiheitsstrafe verbüßt habe vor über zehn Jahren, außerdem ein Fall von Trunkenheit im Verkehr. Bei seiner letzten Tat handle es sich um Delikt im Bereich Hate Speech aus dem Jahr 2018: wegen eines Facebook-Kommentars wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt.
SWR-Sicherheitsexperte: Verdächtiger wohl suizidgefährdet
Die Polizei geht nicht von einem politischen Hintergrund des mutmaßlichen Täters aus. Nach Einschätzung von SWR-Sicherheitsexperte Holger Schmidt hatte die Polizei über den mutmaßlichen Täter schon vorher Erkenntnisse, diese seien aber eher in Richtung Eigengefährdung und Suizid gegangen. Die Ermittlungen laufen weiterhin.
Karnevalverein: "Wir lassen uns nicht kleinkriegen"
Steffen May, Präsident des Landesverbandes Württembergischer Karnevalvereine, sagte dem SWR, alle Närrinen und Narren seien mit den Gedanken bei den Opfern von Mannheim und ihren Angehörigen. Dennoch würden am Faschingsdienstag viele Umzüge im Land wie geplant stattfinden. Denn, so May: "Es geht weiter, wir lassen uns nicht kleinkriegen. Es ist wichtig, dass auch dieses Gefühl besteht und Menschen sehen, dass das Leben weiter geht"
SWR-Reporter zur "gespenstischen" Situation am Abend
SWR-Reporter Thomas Miltner beschreibt die Situation in der Mannheimer Innenstadt als "gespenstisch". Außer Pressevertretern, Politikern und Einsatzkräften ist niemand mehr in der Innenstadt unterwegs. Der Bereich zwischen Wasserturm und Paradeplatz ist weiterhin komplett gesperrt und die Spurensicherung vor Ort.
Mannheimer Todesfahrt: Augenzeugen sind schockiert
Als mittags kurz nach zwölf Uhr ein Auto in die Menschenmenge in der Mannheimer Innenstadt raste, sahen einige Passanten schockiert zu. Sie berichten fassungslos, wie sie die Lage vor Ort erlebten.
Tatverdächtiger verletzte sich mit Schreckschusswaffe
Der mutmaßliche Täter schoss sich offenbar nach der Tat mit einer Schreckschusswaffe in den Mund. Der Leitende Oberstaatsanwalt Romeo Schüssler bestätigte eine entsprechende Frage in der Pressekonferenz. Der Mann sei ärztlich versorgt worden und stabilierst, allerdings nicht vernehmungsfähig. In den Sozialen Medien sei er aktiv gewesen, so Schüssler. Diese Aktivitäten würden jetzt analysiert.
Mannheimer Polizeipräsidentin: Menschen wurden "bewusst erfasst"
Der Fahrer, der mit seinem Auto in der Mannheimer Innenstadt in eine Menschengruppe gefahren ist, hat seine Opfer nach Erkenntnissen der Polizei mit Absicht überfahren. Es habe sich schnell herausgestellt, dass es sich bei dem Vorfall in Mannheim um eine gezielte Fahrt gehandelt habe, bei der bewusst mehrere Personen erfasst worden seien, sagte Mannheims Polizeipräsidentin Ulrike Schäfer.
Leitender Oberstaatsanwalt: Anhaltspunkte für psychische Erkrankung
Gegen den Tatverdächtigen ist ein Ermittlungsverfahren wegen zweifachen Mordes und mehrfachen versuchten Mordes eingeleitet worden. Das hat der Leitende Oberstaatsanwalt Romeo Schüssler bei einer Pressekonferenz in Mannheim bekannt gegeben. Man könne nach derzeitigem Ermittlungsstand ausschließen, dass es sich um eine politisch motivierte Tat handele, betonte Schüssler. Es gebe Anhaltspunkte für eine psychische Erkrankung des Mannes, weshalb sich die Ermittlerinnen und Ermittler auf diesen Aspekt konzentrierten, teilte der zuständige Staatsanwalt in Mannheim mit. Aktuell werde der Wohnsitz des Verdächtigen in Ludwigshafen durchsucht.
Polizeipräsidentin: 300 Polizisten im Einsatz gewesen
Nach der Todesfahrt in Mannheim sind allein rund 300 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz gewesen. Das erklärte die Mannheimer Polizeipräsidentin Ulrike Schäfer bei einer Pressekonferenz am Abend. Sie wies darauf hin, dass sich heute wegen des schönen Wetters sehr viele Menschen in der Mannheimer Innenstadt befunden hätten. Nach der Tat habe sich sehr schnell herauskristallisiert, dass es sich nicht um einen Verkehrsunfall, sondern um eine gezielte Fahrt gehandelt habe, "bei der bewusst mehrere Personen erfasst wurden". Bereits zwölf Minuten danach habe man das Auto verlassen aufgefunden und kurz danach den Tatverdächtigen festgenommen.
Mannheimer Kaufhäuser bleiben morgen zu
Nach der Todesfahrt in Mannheim bleiben laut morgen offenbar drei große Innenstadt-Kaufhäuser geschlossen. "Die Bestürzung bei den Händlern ist riesengroß", sagte Swen Rubel, Geschäftsführer des Handelsverbands Nordbaden, dem "Mannheimer Morgen". Laut Rubel öffnen die Galeria-Filialen am Paradeplatz und Peek & Cloppenburg auf der Einkaufsmeile Planken am Dienstag nicht. Auch Engelhorn werde erst am Mittwoch wieder Kundinnen und Kunden empfangen. Fabian Engelhorn, Chef der Modegruppe Engelhorn, sagte der Zeitung: "Wir sind fassungslos und unendlich traurig über das, was heute in Mannheim geschehen ist."
Mannheimer OB Specht: "Abscheuliche Tat, die uns fassungslos lässt"
Mannheims Bürgermeister Christian Specht (CDU) sprach von einer "abscheulichen Tat" und einer "schweren Tragödie". Es sei eine Tat, die einem überhaupt keinen Hinweis gebe, "wie man auf die Idee kommen kann, mit hoher Geschwindigkeit durch Mannheims Fußgängerzone zu fahren". Er betonte die Wichtigkeit der Videoüberwachung. Innerhalb kürzester Zeit nach Beginn der Todesfahrt sei es möglich gewesen, 30 Rettungswagen zu mobilisieren. Neben den vielen Polizistinnen und Polizisten seien ungefähr 300 Einsatzkräfte von Rettungsorganisationen vor Ort gewesen. Specht kündigte für morgen Abend eine ökumenische Andacht in der Konkordienkirche an. Solche Taten werde man nie verhindern können, sagte Specht. Es sei aber nötig, schnell Ergebnisse über die Motivlage zu erhalten, um Schlüsse daraus zu ziehen, die notwendig seien, um solche Taten unwahrscheinlicher zu machen.
Faeser dankt Polizei und Rettungsdienst
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat nach der Todesfahrt in einer Mannheimer Fußgängerzone der Polizei und den Rettungskräften gedankt. "Die Polizei hat einen herausragenden Job geleistet", sagte die SPD-Politikerin am Abend, nachdem sie sich vor Ort ein Bild gemacht hatte. Etwa 30 Polizeikräfte seien in zehn Minuten vor Ort gewesen, sagte Faeser. Nun gelte es, die Ermittlungsbehörden ihre Arbeit machen zu lassen. Es sei eine furchtbare Tat, "ein Horror am helllichten Tag, bei schönstem Wetter, in der Mittagspause, wo viele Menschen draußen sind".
Ministerpräsident Kretschmann: "100-prozentigen Schutz kann es nicht geben"
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat auf einer Pressekonferenz in Mannheim der Bürgerschaft von Mannheim, "die schon wieder so ein schreckliches Ereignis verkraften muss", seine Anteilnahme ausgedrückt. Er fühle mit den Angehörigen, so Kretschmann. Man könne darauf vertrauen, "dass wir alles was wir tun können, tun". Über die Motive könne man noch nichts endgültiges sagen. Es sei eine Tat, bei der man spüre, dass es 100-prozentigen Schutz nicht geben könne.
Strobl: Tat stand offenbar nicht im Zusammenhang mit Fasching
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Innenminister Thomas Strobl (CDU) und Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) haben am Abend in der Mannheimer Innenstadt weiße Rosen niedergelegt. Innenminister Strobl erklärte in seinem Statement, die Tat reihe sich ein in eine Serie von Straftaten, in denen ein Auto als Waffe missbraucht wurde. Laut Strobl gibt es "keine Hinweise, dass die Tat im unmittelbaren Zusammenhang mit einer Faschingsveranstaltung stattgefunden hat". Auch auf einen extremistischen oder religiösen Hintergrund weise nichts hin. Er unterstrich, dass es absolute Sicherheit nicht geben könne, und man "die Innenstädte nicht zu umzäunten Festungen" machen könne.
Innenministerin Faeser: "Wichtig, dass wir nicht spekulieren"
Innenministerin Nancy Faeser (SPD) hat bei einer Pressekonferenz in Mannheim den Angehörigen der Opfer ihr Beileid ausgesprochen. Sie würde den beiden Getöteten gedenken und wünsche den Verletzten "eine baldige und hoffentlich vollständige Genesung". Faeser sprach von einer "unvorstellbar schrecklichen Tat". Sie sei sicher, dass die Ermittlungsbehörden alles dafür tun werden, um die Tat aufzuklären. Es sei wichtig, "dass wir nicht spekulieren", betonte sie.
Maite Kelly sagt Konzert ab
Die Sängerin Maite Kelly hat ein für Mittwoch geplantes Konzert in der Stadt abgesagt. "Aus Respekt vor den Opfern von Mannheim: Maite Kelly und Mewes Entertainment Group sagen Konzert in der SAP Arena ab", heißt es auf Kellys Instagram-Kanal. Mewes Entertainment ist der Tour-Veranstalter.
Macron: "Frankreich steht an Ihrer Seite"
Nach der Todesfahrt in der Mannheimer Innenstadt hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron den Beistand seines Landes versichert. "An alle Menschen in Mannheim, insbesondere an die Angehörigen der Opfer dieser Gewalttat, an das deutsche Volk. Frankreich steht an Ihrer Seite", schrieb Macron auf X. Der französische Staatschef veröffentlichte die Nachricht sowohl auf Französisch als auch auf Deutsch.
Bundeskanzler dankt Einsatzkräften
Viele Politikerinnen und Politiker in Deutschland haben bestürzt auf die Tat von Mannheim reagiert. "Erneut trauern wir mit den Angehörigen der Opfer einer sinnlosen Gewalttat und bangen um Verletzte", schrieb Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Kurznachrichtendienst X. "Damit können wir uns nicht abfinden." Der Kanzler dankte den Einsatzkräften und wünschte den Augenzeugen "viel Kraft, das Erlebte zu verarbeiten". Zuvor hatten bereits Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und CDU-Chef Friedrich Merz ihr Beileid bekundet.
Aufnahme vom Tatfahrzeug
Mit diesem Auto raste der mutmaßliche Täter, ein 40-jähriger Deutscher aus Rheinland-Pfalz, am Mittag in eine Menschenmenge in der Mannheimer Innenstadt.
Polizei geht nicht von politischem Motiv aus - keine Gefahr mehr für Bevölkerung
Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen nicht davon aus, dass der Täter in Mannheim ein politisches Motiv hatte. Das sagte der Sprecher der Mannheimer Polizei, Stefan Wilhelm, am Abend vor der Presse. Außerdem halte man den Mann für einen Einzeltäter. "Demnach besteht auch keine Gefahr mehr für die Bevölkerung", sagte Wilhelm weiter. Das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Mannheim hätten die Ermittlungen übernommen. Man versuche nun, herauszufinden, "was den Täter angetrieben hat".
Fünf Schwerverletzte
Es gibt neue Details zu den Opfern der Mannheimer Todesfahrt: Bereits bestätigt ist, dass zwei Menschen starben, nachdem ein Mann am Mittag mit einem Auto in der Innenstadt in eine Personengruppe fuhr. Fünf Personen erlitten schwere, fünf weitere leichte Verletzungen. Sie kamen in verschiedene Krankenhäuser. Über das Ausmaß und die Schwere der Verletzungen bei den Betroffenen gibt es noch keine Informationen.
Innenminister Strobl: Keine Hinweise auf weitere Tatverdächtige
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) betont, dass die Ermittlungen noch am Anfang stehen, aber mit Hochdruck geführt werden. Es scheine sich bei dem 40-jährigen deutschen Tatverdächtigen aus Rheinland-Pfalz um einen Einzeltäter zu handeln, dessen Tat nicht im Zusammenhang mit einer Faschingsveranstaltung steht, so Strobl. Der Innenminister sagte heute Abend: "Meine Gedanken sind bei den Menschen, die in irgendeiner Weise Opfer dieses furchtbaren Geschehens wurden. Und sie sind bei den Polizistinnen und Polizisten und beim Rettungsdienst, den Notärzten, und allen anderen, die mit all ihrer Kraft helfen."