Ein 62 Jahre alter Mann hat am Sonntagvormittag einen Skorpion auf seinem Balkon in Walldorf (Rhein-Neckar-Keis) entdeckt. Das Spinnentier saß in einem Holzhaufen. Wie es dorthin gelangt war, ist unklar - möglicherweise als "blinder Passagier in einem Karton mit Auberginen aus Holland", schreibt die Polizei in ihrem Post auf diversen Social Media-Plattformen.
Skorpion in Einmachglas gesichert
Der Mann habe das Tier in einem Einmachglas gesichert und das Polizeirevier in Wiesloch verständigt. Die Beamten kontaktierten eine Auffangstation für Reptilien, wo Experten sich um den Skorpion kümmerten. Um welche Art es sich genau handelte und ob das Tier möglicherweise für Menschen gefährlich gewesen sein könnte, ist nicht bekannt.
Der Betreiber der Auffangstation, Kevin Keßler, geht mit "relativ hoher Wahrscheinlichkeit" davon aus, dass es sich um einen Europäischen Gelbschwanzskorpion handelt. Aus den Niederlanden sei das Tier aber ziemlich sicher nicht eingereist, sagte Keßler. Der Europäische Gelbschwanzskorpion komme in südeuropäischen Ländern vor. Keßler geht davon aus, dass der Skorpion in einem Lager des Paketdienstes von einer Früchtekiste aus anderen europäischen Ländern rübergekrabbelt sei.
Skorpion-Stich für die meisten vermutlich harmlos
Das Tier sei mit Schwanz nur drei bis vier Zentimeter groß. Ein Stich dürfte einen gesunden Menschen lediglich wie einen Bienen- oder Wespenstich ein oder zwei Tage jucken. Man wisse aber nie, wie man auf ein Gift reagiert, sagte Keßler. Gerade Allergiker sollten besonders aufpassen.
Der Skorpion werde nun bis zu sechs Monate in der Auffangstation bleiben, damit sich ein etwaiger Eigentümer noch melden könne, sagte Keßler. Danach werde er versuchen, das Tier an eines seiner Vereinsmitglieder zu vermitteln. Interessenten gebe es vermutlich viele. Laut "Wikipedia" gibt es weltweit zwischen 1.750 und 2.500 Arten von Skorpionen. Für Menschen gelten demnach etwa 25 als potentiell tödlich.