Experte gibt aber Entwarnung

Uni Tübingen: Verdacht von weiteren chilenischen Spinnen bestätigt

In Tübingen ist in einem weiteren Unigebäude die giftige Einsiedlerspinne gefunden worden. Ein Experte gibt Entwarnung. Der Biss ist äußerst selten und die Tiere sind sehr scheu.

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Von Autor/in Maren Seehuber

Uni Tübingen mahnt zur Vorsicht

Anfang des Monats wurden in einem Universitätsgebäude in Tübingen 20 Chilenische Einsiedlerspinnen entdeckt. Diplombiologe Hubert Höfer vom Naturkundemuseum Karlsruhe hat die Spinnen bestimmt und für weitere Untersuchungen mit nach Karlsruhe genommen. Die Uni hat daraufhin Studierende und Mitarbeitende im betroffenen Bereich gewarnt und zur Vorsicht angewiesen. Es handele sich um eine südamerikanische Giftspinne, die zum ersten Mal in Deutschland aufgetaucht ist.

Experte Hubert Höfer schaut sich die Chilenischen Giftspinnen aus Tübingen unterm Mikroskop an.
Hubert Höfer berät die Universität zum Spinnenfund. Er ist Leiter der Abteilung Biowissenschaften und Referat Zoologie sowie Kurator für Wirbellose im Naturkundemuseum Karlsruhe.

Weiterer Fund im Gebäude der Geowissenschaften

Die Universität Tübingen bestätigte nun nach anfänglichem Verdacht einen weiteren Fund im Gebäude der Geowissenschaft im Tal. Da es sich um eine Hausspinne handelt, bleibt sie normalerweise an einem Ort, so Biologe Höfer. Eine Verschleppung sei unwahrscheinlich.

Also wir schätzen die Art als nicht besonders ausbreitungsfreudig ein.

Population wird mit Klebefallen eingedämmt

Normalerweise treten die Spinnen einzeln auf, wenn sie durch Warentransporte zufällig eingeschleppt werden. Die 20 Spinnen von der Morgenstelle, darunter Männchen, Weibchen und Jungtiere seien schon eine größere Population. Die Spinnen aus der Tübinger Universität sind mittlerweile in Höfers Sammlung in Karlsruhe. Dort untersucht ein Kollege, ob sich das Gift innerhalb der Population verändert hat. In den Uni-Gebäuden wird die Population nun doch mit Klebefallen eingedämmt, wie Hubert Höfer bereits vorgeschlagen hatte.

Die chilenische Einsiedlerspinne bekämpfen oder ausrotten zu wollen, wäre unwirksam und nicht nötig, so der Spinnenexperte Höfer. In der Universität in Helsinki lebe eine Population schon seit 60 Jahren und bisher sei noch niemand gebissen worden. Die Spinnen sind nachtaktiv und menschenscheu. Bei weniger als zwei Prozent der Bisse würde es überhaupt zu medizinischen Problemen kommen.

Chilenische Giftspinne in einer Petrischale
Die gefundenen Giftspinnen sind jetzt in Hubert Höfers Sammlung. Dort wird auch ihr Gift untersucht.

Verhalten bei einem Spinnen-Biss: Arzt aufsuchen

Bisse passieren meist nur, wenn sich die Spinnen in Kleidern verstecken und die Kleider dann angezogen werden. Sollten die Studierenden oder die Mitarbeitenden gebissen werden, empfiehlt die Universität Folgendes: Zunächst sollte man die Wunde ausspülen und kühlen. In jedem Fall sollte man einen Arzt aufsuchen und die Wunde untersuchen lassen.

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Maren Seehuber
Maren Seehuber ist Reporterin für Hörfunk und Online beim SWR im Studio Tübingen.

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