Giftige Schlangen oder verletzte Wildtiere nach einem Unfall - Polizei und Feuerwehr auch immer wieder zu tierischen Einsätzen gerufen - wie zuletzt am Freitag an einer Mannheimer Schule. Eine Kornnatter hatte sich auf dem Schulhof verirrt. Laut Polizei versuchte eine Streife, die ungiftige Schlange einzufangen, allerdings ohne Erfolg. Mitarbeiter der Tierrettung kamen zu Hilfe und brachten das Tier schließlich ins Tierheim.
Polizei wird "regelmäßig" zu tierischen Einsätzen gerufen
Immer wieder wählen Menschen den Notruf, wenn sie ein verletztes Tier oder ein Reptil auf offener Straße sehen. Diese tierischen Einsätze kommen beim Polizeipräsidium Mannheim "regelmäßig" vor, sagte ein Sprecher dem SWR. Die Polizei sei in solchen Fällen oft die "erste Anlaufstelle". Allerdings gebe es dazu keine spezielle Einsatzstatistik. Vor Ort treffen die Einsatzkräfte auf ganz unterschiedliche Tiere: Von Fledermäusen über Blindschleichen bis hin zu Greifvögeln und Schildkröten. Damit die Beamten wissen, mit welchen Tieren sie es zutun haben, greifen sie auf "Notfallkontakte" zurück. Darunter seien vor allem ehrenamtliche Tierliebhaber, die zum Beispiel einschätzen können, ob eine Schlange giftig ist oder nicht.
Verletzte Tiere, Wildunfälle: So bereitet sich die Polizei vor
Die Polizisten bereiten sich mit freiwilligen Fortbildungen auf diese Einsätze vor. Spezielles Equipment haben die Beamten nicht dabei. Auf den Dienststellen gibt es aber Transportboxen für kleinere Tiere wie Katzen, Schlangen oder Schildkröten. Je nach Fall kommt auch die Feuerwehr oder die Tierrettung dazu. Rein tierische Einsätze kommen aber bei der Feuerwehr "eher selten" vor, teilte ein Sprecher der Feuerwehr Mannheim auf Anfrage mit. Die Einsatzkräfte kommen demnach aber auch im Rahmen anderer Einsätze mit Tieren in Kontakt, zum Beispiel wenn bei einem Wohnungsbrand auch eine Katze gerettet wird. Der Umgang mit Tieren sei bei der Feuerwehr Teil der Ausbildung, so der Sprecher weiter.
Die Polizei wird auch zu Wildunfällen gerufen. Die Beamten verständigen dann den zuständigen Jagdpächter, der das betroffene Tier erlösen kann. Aber auch die Polizei selbst kann unter Umständen das Tier von seinen Qualen erlösen. Das komme aber nur "sehr selten" vor, so der Sprecher weiter.