Wenn der 2. März näher rückt, verwandelt sich die kleine Weingemeinde Malsch (Rhein-Neckar-Kreis) in eine Hochburg des Wagenbaus. In Scheunen, Hinterhöfen und Autohäusern wird oft bis tief in die Nacht gesägt, geschweißt und gepinselt. Hier entstehen keine gewöhnlichen Fasnachtswagen, sondern bis zu sieben Meter hohe Kunstwerke.
Wettstreit um den schönsten Fasnachtswagen
Ein riesiger Elefant, aztekische Götterfiguren und prachtvolle Tempelbauten sollen in diesem Jahr die Besucher begeistern. Jede Gruppe im Ort will die spektakulärste Konstruktion erschaffen.
Als Malscher hast du einfach Fasnacht im Blut, da bleibt dir nichts anderes übrig!
Viele Malscher sind mit der Fasnachtstradition aufgewachsen, kennen es nicht anders. "Das wurde uns sozusagen in die Wiege gelegt", sagt Alexander Mohr, der jedes Jahr beim Umzug dabei ist. Veranstaltet wird der vom Verkehrs- und Heimatverein Malsch. Unzählige Gruppen bauen einen eigenen Wagen für den Umzug oder treten als Fußgruppe an, wie zum Beispiel die "kleinen Feiglinge", deren Markenzeichen aufwendige Tierköpfe sind.
Niemand in der Region ist so närrisch wie die Malscher
Immer mehr Fasnachtsumzüge im Land haben Probleme mit der Finanzierung. Städte wie zum Beispiel Heidelberg oder Mannheim haben ihre Zuschüsse gekürzt - in Malsch ist davon nichts zu spüren. Einmal im Jahr veranstalten die Malscher einen Fasnachtsmarkt, das eingenommene Geld fließt in den Umzug. Außerdem muss jeder Besucher des Fasnachtsumzugs für drei Euro eine Fasnachtsplakette kaufen. Auch das hilft, die Kosten zu decken.
Schon wenige Tage vor dem Umzug ist ganz Malsch im Fasnachtsfieber. Und trotz des Wettstreits der verschiedenen Vereine um den spektakulärsten Wagen - was zählt, ist der Spaß und der Zusammenhalt.