Ist das wirklich zu viel verlangt? Dass Schülerinnen und Schüler am Ende des Unterrichts fünf Minuten lang ihr Klassenzimmer fegen sollen - daran kann ich nichts Schlimmes erkennen. Wenn dadurch in Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) bis zu 250.000 Euro im Jahr gespart werden können, ist das doch ein hübsches Sümmchen. Noch dazu sollen die Beschäftigten im Rathaus ihre Büros künftig auch selbst ausfegen. Also: gleiche Pflicht für alle.
"Kein Toilettenputzen, aber gemeinschaftsförderndes Verhalten" Sollten Schüler Klassenräume selbst putzen? Kultusministerin Schopper spricht von "Wertediskussion"
Die Finanznot der Kommunen in BW wird immer dramatischer. Die Suche nach Sparmöglichkeiten läuft auf Hochtouren. Auch Kinder könnten stärker mit anpacken, findet etwa die CDU.
Reaktionen auf den Putzvorschlag sind teils übertrieben
Was mich irritiert an dieser Diskussion, sind die teilweise hysterischen Reaktionen auf den Vorschlag des Oberbürgermeisters. Da behauptet der Vorsitzende des Landeselternbeirats allen Ernstes, dass Schülerinnen und Schüler als eine Art "verschmutzende Schmarotzer" dargestellt würden. Da frage ich mich: Wollen wir wirklich auf diesem Niveau diskutieren? Und unorthodoxe Vorschläge immer gleich mit dem Vorschlaghammer zerdeppern?
Jeder muss seinen Teil beitragen - nicht nur in der Schule
Deutschland und seine Kommunen sind in einer tiefen Krise. Überall klaffen große Löcher im Haushalt, die gestopft werden müssen. Aber wie? Das ist die große Frage. Gute, auch ausgefallene Ideen sind gefragt - und Mut. Denn es müssen Prioritäten gesetzt werden, die nie allen gefallen. Das Fegen in der Schule ist da nur ein Anfang. Ein kleiner Test für die Veränderungs-Bereitschaft der Gesellschaft. Wer dagegen ist, sollte einen echten Alternativvorschlag machen. Nur dann kommen wir weiter.