Diese Woche wird in Baden-Württemberg vermehrt geblitzt. Im Rahmen der europaweiten "Speedweek", die Montag (13.4.) begann und bis Sonntag (19.4.) dauert, wird bundesweit noch stärker als sonst beim Tempo kontrolliert. Auch Baden-Württemberg beteiligt sich in diesen Tage. Der Höhepunkt des Blitzermarathons war am Mittwoch (15.4.). Zeit für einen Zwischenstand.
- Wo stehen die Blitzer?
- Warum gibt es die "Speedweek"?
- Wie effektiv ist die Maßnahme?
- Darf man Blitzer-Warnapps nutzen?
Wo stehen die Blitzer?
Nach Angaben des Innenministeriums geht die Polizei vor allem vor Schulen, Kitas und Altenheimen gegen Autofahrer vor, die zu schnell unterwegs sind. Laut ADAC könnte sowohl auf Autobahnen und Bundesstraßen als auch innerorts geblitzt werden. Besonders hebt der ADAC die Städte Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe, Freiburg im Breisgau, Heidelberg und Heilbronn hervor. Polizei und Kommunen arbeiten dabei mit Laserhandmessgeräten, Geschwindigkeitsgroßmessgeräten, Videofahrzeugen und Blitzer-Anhängern.
Im Gegensatz zu anderen Bundesländern werden in Baden-Württemberg die Standorte der Blitzer nicht vorab veröffentlicht. Außerdem ist der Blitzermarathon auch nicht in allen Bundesländern gleich, das Saarland enthält sich etwa und der Schwerpunkttag variiert ebenfalls zwischen Bundesländern.
Warum gibt es die "Speedweek"?
"Leider stirbt jeden Tag ein Mensch auf baden-württembergischen Straßen - und die Hauptursache ist überhöhte Geschwindigkeit", erklärt Innenminister Thomas Strobl (CDU). Ziel des Blitzermarathons sei es, die Menschen für die Gefahr von überhöhter Geschwindigkeit zu sensibilisieren. Laut Innenministerium ist das die Unfallursache Nummer eins bei schweren und tödlichen Verkehrsunfällen. Welche Strafe verhängt wird, ergibt sich aus dem Bußgeldkatalog.
Ein Sprecher des ADAC erklärt, solche Blitzer-Aktionswochen leisteten einen Beitrag zur Verkehrssicherheit. Sie machten den Menschen die Risiken von zu schnellem Fahren bewusst. Der Sprecher stellt aber auch klar, dass eine solche Woche allein nicht sofort alle Risiken im Straßenverkehr dauerhaft aus der Welt schaffe.
Wie effektiv ist die Maßnahme?
Auch in diesem Jahr hat die Polizei wieder tausende Raser erwischt. Insgesamt sind am Schwerpunkttag der Kontrollwoche 14.831 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt worden, teilte das Innenministerium mit. 147 Autofahrer seien so schnell unterwegs gewesen, dass sie mit einem Fahrverbot rechnen müssen. Laut Ministerium überwachten 1.360 Polizistinnen und Polizisten an 532 eingerichteten Messstellen den Verkehr.
Damit sind am diesjährigen Schwerpunkttag weniger Verstöße festgestellt worden als im Vorjahr. Beim Blitzermarathon 2025 waren in Baden-Württemberg laut Innenministerium insgesamt 66.585 Fahrer zu schnell unterwegs gewesen. Fast 800 Menschen hätten danach ihren Führerschein zeitweise abgeben müssen. Das Ministerium macht aber keine Angaben dazu, für wie wirkungsvoll es die "Speedweek" hält.
Sind Blitzer-Warnapps illegal?
Wer überlegt, sich für den Blitzermarathon mit einer Blitzer-App oder einem Radarwarner auszurüsten, sollte diesen Gedanken besser verwerfen. "In Deutschland ist jede automatisierte Warnung vor Geschwindigkeitsmessanlagen verboten", erklärt der ADAC-Sprecher dazu. Nicht einmal der Beifahrer dürfte während der Fahrt einen solchen Blitzer-Warner benutzen. Auch die Blitzer-Warnfunktion bei Navigations-Apps und im Navi sollte man besser ausschalten. Verwende man doch einen dieser Blitzer-Warner, sei das eine Ordnungswidrigkeit, bei der ein Bußgeld von 75 Euro und ein Punkt in Flensburg drohen.