Zu schnell unterwegs - da kann dann schon mal ein recht teures Foto ins Haus flattern und das ist für Autofahrer und Autofahrerinnen meist ein Ärgernis. Für viele Städte bedeutet der Blitz am Straßenrand hingegen bares Geld. Neue Zahlen aus mehreren Städten der Region Heilbronn-Franken zeigen: Raser füllen die Kassen so mancher Kommune mit Hunderttausenden, manchmal sogar mit Millionen. So haben sich beispielsweise in Wertheim (Main-Tauber-Kreis) die Einnahmen fast verdoppelt.
Säulen in Wertheim: Bringen feste Blitzer deutlich mehr Geld?
Das war ein Sprung: Von 376.000 Euro auf nun 620.000 Euro. Die Einnahmen aus Tempoverstößen in Wertheim im vergangenen Jahr können sich durchaus sehen lassen. Doch woran liegt das? Sind 2025 so viel mehr Raser auf Wertheims Straßen unterwegs gewesen?
Der Grund dafür ist schnell gefunden: Zwei neue feste Blitzersäulen. Die hat die Stadt im August und September vergangenen Jahres an einer stark befahrenen Landstraße aufgestellt - dort gilt Tempo 50. Seitdem blitzt es deutlich häufiger. Feste Anlagen arbeiten eben rund um die Uhr und können so deutlich mehr Verstöße erfassen.
Dass das so ist, zeigt der Vergleich mit Künzelsau (Hohenlohekreis). Denn auch wenn die Stadt ähnlich groß ist wie Wertheim, so wurden dort im vergangenen Jahr nur rund 26.000 Euro durch Geschwindigkeitsverstöße eingenommen. Der Unterschied: Es wird ausschließlich mit mobilen Blitzern kontrolliert, wie die Stadtverwaltung auf SWR-Anfrage mitteilte.
Millioneneinnahmen in Heilbronn: Wohin das Geld fließt
Auch größere Städte melden steigende Einnahmen. In Heilbronn etwa sind die Bußgelder wegen Tempoverstößen auf rund 3,5 Millionen Euro im vergangenen Jahr gestiegen. In den beiden Jahren davor lagen die Einnahmen jeweils bei etwa 3,3 Millionen Euro. Auch in Schwäbisch Hall zeigt sich ein ähnlicher Trend. Dort sind die Einnahmen ebenfalls gestiegen, wenn auch moderater. Sie liegen pro Jahr etwa bei einer Million Euro.
Die Einnahmen aus den Bußgeldern landen im städtischen Haushalt, heißt es aus der Heilbronner Verwaltung. Damit werden letztlich kommunale Aufgaben finanziert. Dass Städte mit Blitzern gezielt Geld verdienen wollen, weisen allerdings die meisten zurück. Geschwindigkeitsmessungen hätten einen anderen Zweck, heißt es etwa aus Heilbronn: Unfälle verhindern und die Sicherheit auf den Straßen erhöhen.