Das Kultusministerium in Baden-Württemberg hat am Montag den neuen Orientierungsplan für Kindergärten vorgestellt. In Zukunft sollen vier Leitprinzipien im Fokus stehen: Kinderschutz und Kinderrechte, Inklusion, Partizipation und die Bildung für nachhaltige Entwicklung. Außerdem sind im Orientierungsplan neue Themenfelder wie Medienbildung verankert.
Der bisherige Orientierungsplan stammt aus dem Jahr 2005 und wurde zuletzt 2011 überarbeitet. Bei dem rund 300 Seiten langen Dokument handelt es sich um einen Leitfaden für die pädagogische Arbeit in Kitas.
Rund 10.000 Einrichtungen sollen Vorgaben umsetzen
Der Plan soll laut Kultusministerium auch das Verständnis dafür fördern, dass es in Kitas nicht nur um die reine Betreuung von Kindern geht, sondern auch um ihre Bildung. Die rund 10.000 Einrichtungen im Land haben jetzt vier Jahre lang Zeit, die neuen Vorgaben umzusetzen. Wie genau sie das tun, steht ihnen frei.
Kritik aus Gewerkschaft: "Feier eines Feigenblatts"
Die Gewerkschaft ver.di Baden-Württemberg sieht keine realistische Umsetzung für den neuen Orientierungsplan. Hanna Binder, stellvertretende Landesbezirksleiterin von ver.di, nennt die Vorstellung des Plans eine "Feier eines Feigenblatts". Die "chronisch überlasteten pädagogischen Fachkräfte sollen nun weitere höchst sinnvolle Felder der frühkindlichen Bildung abdecken", sagte sie. Problematisch sei, dass der Anteil von nicht qualifiziertem Personal in Kitas weiter ansteigen würde und die Gruppengrößen höher seien als fachlich geboten.
Land und Bund investieren jährlich knapp 3 Milliarden Euro in die frühkindliche Bildung in Baden-Württemberg. Laut statistischem Landesamt sind knapp 415.000 Kinder bis 6 Jahre in Betreuung.