Wertvolle Rohstoffe werden aufbereitet

Seltene Erden für die Industrie: Pforzheimer Start-Up eröffnet Recycling-Anlage

Sogenannte Seltene Erden werden in der Autoindustrie, für Medizintechnik oder in Handys verbaut. Ein Start-up eröffnet nun eine Anlage, in der die Rohstoffe recycelt werden.

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Von Autor/in Florian Doetsch

"Seltene Erden" werden in vielen Bereichen gebraucht: Etwa für Elektroautos, Windräder, Smartphones oder in der Medizintechnik. Nun will ein Start-up aus Baden-Württemberg dazu beitragen, diese Rohstoffe aus alten technischen Produkten zurückzugewinnen.

Meist werden diese Seltenen Erden in Form von Magneten verbaut. In aller Regel stammen die besonderen Metalle aus China, das Land hat de facto eine Monopolstellung beim Abbau und dominiert den Markt auch bei der Herstellung. Besonders im vergangenen Jahr haben das viele europäische Industrien zu spüren bekommen, als China die Exporte Seltener Erden stark eingeschränkt hatte.

Carlo Burkhardt, Mitgründer von HyProMag
Carlo Burkhardt, Mitgründer von HyProMag

Alte MRT-Geräte und Festplatten dienen als Quelle für neue Seltene Erden

Ein möglicher Weg, um langfristig unabhängiger von China zu werden, ist das Recycling. Genau daran arbeitet das Start-up HyProMag, das damit zu den Pionieren in Europa zählt. Das Pforzheimer Unternehmen beschafft sich gebrauchte Magnete aus Seltenen Erden, erklärt Mitgründer Carlo Burkhardt.

Das ganze Interview können Sie hier hören:

Die interessantesten Schrottquellen seien dabei MRT-Geräte aus der Medizintechnik und Computerfestplatten aus Datencentern.

Zukünftig werden natürlich auch Elektromotoren aus Elektrofahrzeugen und Windkraftanlagen große Schrottquellen sein.

Mehr Versorgungssicherheit: Recycling verringert Abhängigkeit von China

Um neue Magnete herzustellen, werden zunächst die gebrauchten Magnete mit Hilfe von Wasserstoff pulverisiert. Anschließend wird das Pulver wieder zu neuen, leistungsstarken Magneten geformt. In den nächsten Jahren möchte HyProMag bis zu 750 Tonnen recycelte Magnete produzieren. Das verringere auch die Abhängigkeit von China.

Da wir in Europa produzieren und auch Material aufbereiten, das schon in Europa ist, können wir natürlich eine gewisse Versorgungssicherheit bieten, unabhängig von den aktuellen politischen Tagesentwicklungen.

China bleibt trotzdem wichtiger Lieferant

Einen Haken gibt es aber allerdings: Etwa die Hälfte der für das Recycling benötigten Maschinen kommt aus China. Und dort lasse man sich momentan viel Zeit. "Unsere chinesischen Lieferanten geben nicht mehr den Support, den sie vorher gegeben haben", klagt Burkhardt. "Und wir warten jetzt auch länger auf Ingenieur- und technischen Support für den Aufbau und die Inbetriebnahme."

Daran zeigt sich: Auch beim Versuch, unabhängiger zu werden, sitzt China teils mit im Boot. Das Reich der Mitte China wird noch sehr lange den Markt für Seltenen Erden dominieren. Dennoch können Projekte, wie das in Pforzheim, ein Anfang sein, um langfristig die starke Abhängigkeit zu reduzieren.

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Florian Doetsch
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Tamara Land
Tamara Land, SWR Wirtschaftsredaktion

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