Porsche will mit dem Betriebsrat im zweiten Halbjahr ein zusätzliches sogenanntes "Strukturpaket" vereinbaren. Damit soll der Autohersteller mittel- und langfristig noch effizienter werden, erklärt das Unternehmen. Details, um welche Maßnahmen es gehen könnte, wurden nicht genannt. Es soll in den Verhandlungen mit dem Betriebsrat aber auch wieder um Personalkosten gehen.
Wegen der schwachen Nachfrage nach Elektromodellen hatte Porsche bereits Ende Februar einen Strategiewechsel angekündigt und will übergangsweise wieder mehr auf Verbrenner setzen. Dieser Wechsel sorgte für viel Kritik - nicht nur von Umweltverbänden. Auch der Porsche-Mutterkonzern VW überprüft derzeit insgesamt seine Elektrostrategie.
Porsche hatte mit dem Ziel, 2030 mehr als 80 Prozent vollelektrische Sportwagen auszuliefern, einen der ambitioniertesten Pläne der ganzen Branche. Angesichts der Marktentwicklung ist es aber nicht mehr realistisch.
Porsche setzt wieder auf Verbrenner Meinung: "Probleme von heute nicht mit Rezepten von gestern lösen"
Porsche hat beschlossen, wieder auf Verbennermotoren zu setzen, um das lahmende Geschäft anzukurbeln. Keine gute Idee, meint Susanne Henn aus der SWR-Redaktion Umwelt und Klima.
Trendwende in China erst Ende 2025 erwartet
Außerdem sollen bei Porsche bis zum Jahr 2029 rund 1.900 Stellen in der Region Stuttgart gestrichen werden. Ein umfangreicher Umbau der Modellpalette soll alleine in diesem Jahr 800 Millionen Euro kosten.
Angesichts der eingeleiteten Maßnahmen wird Porsche im laufenden Jahr 2025 nach eigenen Angaben sogar schlechter abschneiden als im vergangenen Jahr. Für 2024 meldete das Unternehmen einen Rückgang des operativen Gewinns um 23 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. Die operative Rendite - also der Anteil des Gewinns am Umsatz - war mit 14,1 Prozent weit vom Langfrist-Ziel von über 20 Prozent entfernt. Für 2025 geht Porsche sogar mit einem Absacken auf 10 bis 12 Prozent aus.
Der Sportwagenbauer rechnet mit hohen Belastungen auch durch geopolitische Unsicherheiten durch die US-Regierung, wie etwa Zölle. Auch der hohe Wettbewerb in China wird Porsche weiter belasten. Mit einer Trendwende im Reich der Mitte wird erst Ende des Jahres gerechnet, so VW-Konzern-Finanzchef Arno Antlitz. Nach Einschätzung des Sportwagenbauers wird Porsche angesichts der Umstände erst Ende des Jahrzehnts wieder eine Umsatzrendite von 15 bis 17 Prozent erreichen.
Dudenhöffer: Trump erschwert Lage für Porsche
Beim Porsche-Mutterkonzern VW war wegen hoher Kosten 2024 der Nettogewinn um rund 30 Prozent eingebrochen. Der Umsatz legte leicht zu - auf fast 325 Milliarden Euro. VW will weiterhin sparen und den Gewinn wieder steigern.
Für die VW-Tochter Skoda laufe es zwar gut, dafür machten Audi und Porsche Probleme, erklärte der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer gegenüber der Agentur AFP.
Mit Donald Trump und seinen Zollkriegen wird die Lage für Porsche und Audi nicht einfacher.
Konkurrenz chinesischer Autos befürchtet Autoindustrie in BW: Gesamtmetall-Chef erwartet Wegfall von 40.000 Jobs
Stefan Wolf fordert wegen der massiven Krise eine Streichung des Verbrennerverbots. Ministerpräsident Kretschmann ist dagegen und will dauerhaft günstigen Strom an Ladesäulen.
Neue Porsche-Modelle kein Renner
Belastend bei Porsche hat 2024 das schwache Abschneiden in China und die Einführung neuer Modelle in den meisten Baureihen gewirkt. Die Auslieferungen sanken um drei Prozent auf rund 310.700 Fahrzeuge.
Das Geschäft mit extravaganten Sonderanfertigungen boomt dagegen. Es gibt Kunden, die bereit sind, für spezielle Ausstattungen mehrere Hunderttausend Euro auszugeben. Manche möchten einen anderen Innenraum, andere auch Umbauten der Karosserie und Technik.