Am Olgaeck in Stuttgart gibt es die Gelegenheit, sich kreativ auszutoben - im wahrsten Sinne des Wortes. "Action Painting" heißt das Angebot: eine Stunde Zeit sich in einem Schutzanzug und mit viel Farbe einer weißen Leinwand zu widmen. Seit November hat der Laden "ARTBEAT" geöffnet. Das Angebot werde gut angenommen, heißt es von den drei Gründern. Kundinnen und Kunden würden für Junggesellenabschiede, Kindergeburtstage oder auch Firmenfeiern buchen.
"Action Painting": Wer steckt hinter der Idee?
Hinter dem Angebot stecken Julian Seifert, Corinna Kalkbrenner und Stefanie Weiß. Als sie bei Cocktails zusammensaßen, kamen sie auf die Idee.
Bürojobs sind irgendwie langweilig und wir haben noch nach etwas gesucht, wo wir zusammen Spaß haben und Zeit verbringen können.
Da so etwas wie "Action Painting" in Stuttgart noch gefehlt hat, fiel die Wahl darauf. Für Corinna Kalkbrenner ist das Schönste, "zu sehen, wie viel Spaß die Leute daran haben". Viele seien am Anfang noch skeptisch, schon nach wenigen Minuten flögen dann aber Farbe, Bälle und Gegenstände in Richtung Leinwand. Wenn dann noch ein schönes Bild dabei herauskomme: perfekt.
Fünfköpfige Familie aus Bietigheim-Bissingen macht den Selbsttest
Ayşe und Hasan wollen mit ihren drei Kindern den Selbsttest machen. Ayşe sieht sich als Eventmanagerin der Familie, plant die Ausflüge. "Ich freue mich darauf, dass es hier keine Richtlinien gibt und man einfach kreativ sein kann", sagt sie.
Hasan bezeichnet sich selbst als kreativ, zumindest wenn er mit den Kindern unterwegs ist. Ansonsten sind seine Themen eher Motorräder und Autos. Auch Dilruba (13), Selim (9) und Hamza (4) ziehen die Schutzanzüge an und legen los.
Action Painting: "Fühlt sich befreiend an"
Nachdem Ayşe einen Ball auf die Leinwand geschmettert hat, erzählt sie: "Es fühlt sich befreiend an! Wut kreativ rauslassen - es gibt immer jemanden, auf den man gerade wütend sein kann", sagt sie lachend. Hasan malt vor sich hin, die Nacht, den Sternenhimmel, die Wiesen und er mittendrin. Seine Frau freut sich darüber, dass "sein inneres Kind aufgewacht ist".
Auch die minderjährigen Kinder kommen mit ihren Werken gut voran. Der vierjährige Hamza etwa tupft zunächst vor sich hin - in Gelb und Rot - bis er am Ende alles mit Grau übertüncht. "Ein Tiger und ein Elefant" seien auf seinem Gemälde zu sehen, erzählt er stolz.
Eine Stunde für 50 Euro pro Person
Nach einer Stunde ist der Spaß vorbei - das Vergnügen kostet 50 Euro pro Person. Die Familie bestaunt ihre Kunstwerke. Bevor sie die Bilder mit nach Hause nehmen können, ist allerdings noch ein paar Tage Geduld gefragt. Sie müssen zunächst trocknen.