Die russische Regierung in Moskau hat den Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck auf die "schwarze Liste" gesetzt. Das geht aus einem Regierungserlass von Freitag hervor, der am Montag veröffentlicht wurde. Daimler Truck hat seinen Hauptsitz in Leinfelden-Echterdingen im Kreis Esslingen.
Nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat der Westen Sanktionen gegen den Kreml verhängt, erst am Freitag wurden diese verlängert. Der Kreml hat mit einer eigenen Sanktionsliste gegen westliche Unternehmen geantwortet und erzeugt mit einem Kapitalausfuhrverbot Gegendruck.
Russische Medien berichten von Daimler Truck-Lieferungen an die Ukraine
Eine offizielle Begründung für die Aufnahme von Daimler Truck auf die Sanktionsliste geht aus dem Regierungserlass nicht hervor. Die Zeitung "Rossiskaja Gaseta" - ein Amtsblatt der russischen Regierung - berichtet aber, dass der Konzern Lkw an ukrainische Streitkräfte geliefert haben soll.
Demnach untersagt Russland jeglichen Handel mit sanktionierten Konzernen - auch Zahlungsverpflichtungen sind nichtig. Die Entscheidung Russlands wirke sich nicht auf das laufende Geschäft aus, sagte ein Unternehmenssprecher dem SWR. Es gebe keinerlei Geschäftsaktivitäten in Russland mehr.
Keine Russland-Geschäfte mehr bei Daimler Truck seit Kriegsbeginn
Der Lkw-Hersteller habe seine Tätigkeit in Russland nach Kriegsbeginn im Februar 2022 eingestellt, so der Sprecher weiter. "Dies umfasst die Einstellung der Lieferung von Fahrzeugen, Teilen und Ersatzteilen nach Russland und den Rückzug aus dem Werk in Chelny." Den Angaben zufolge wurde nach Erhalt aller erforderlichen Genehmigungen damals das Gemeinschaftsunternehmen Daimler KAMAZ RUS aufgelöst und die Daimler KAMAZ Truck Holding liquidiert. Seitdem sei die Daimler Truck AG auch rechtlich von ihrem ehemaligen Lkw-Geschäft in der Russischen Föderation entkoppelt, so der Sprecher weiter. Der Verkauf der 15 Prozent Beteiligung an KAMAZ im Februar 2024 sei durch die Mercedes-Benz Group AG erfolgt.