Nach mehreren Angriffen auf Männer, die sich in Stuttgart und Ludwigsburg an öffentlichen Orten zum Sex treffen wollten, hat die Polizei am Mittwoch die Wohnungen von fünf Tatverdächtigen durchsucht. Dies teilten die Staatsanwaltschaft Stuttgart und die Polizeipräsidien Stuttgart und Ludwigsburg am Donnerstag mit. Das Landeskriminalamt habe zuvor geholfen, die einzelnen Fälle miteinander zu verbinden.
Die Durchsuchungen fanden bei fünf Männern im Alter zwischen 20 und 45 Jahren statt. Vier davon wurden vorläufig festgenommen, sind aber wieder auf freiem Fuß. Laut Polizei wurde viel Beweismaterial gefunden, das jetzt ausgewertet wird.
Männer offenbar geschlagen und mit Feuerlöschern verletzt
Zwischen Juni 2025 und April 2026 soll es demnach in Stuttgart-Degerloch und an zwei Autobahnparkplätzen an der A81 im Kreis Ludwigsburg zu den Angriffen gekommen sein. Zehn Männer wurden dabei laut Polizei verletzt. Die Ermittler vermuten ein queerfeindliches Motiv, denn die Orte waren "Cruising"-Treffpunkte. "Cruising" heißt, dass sich Menschen, vorwiegend schwule Männer, gezielt an öffentlich oder halböffentlichen Orten zu spontanem Sex verabreden.
Die fünf Tatverdächtigen sollen mit Quads an solche Cruising-Treffpunkte gefahren sein und dort Personen mit Feuerlöschern besprüht und geschlagen haben.
Weitere Betroffene sollen sich melden
Bei solchen Angriffen spiele Scham danach bei den Opfern eine große Rolle, so die Polizei. Daher werde dann oft keine Anzeige erstattet, die Behörden gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Die Polizei bittet nun, dass sich Zeugen und weitere Geschädigte bei der Kriminalpolizei Stuttgart unter der Nummer +49 711 89905778 melden.