Über die Winterferien hat es in der Region Stuttgart zahlreiche Einbrüche in Schulen und Kindergärten gegeben. Laut Polizei scheint es den Tätern dabei vor allem um Vandalismus gegangen zu sein. Betroffen seien vor allem die Landkreise Esslingen, Böblingen und Stuttgart. Dort könnte der entstandene Schaden nach ersten Einschätzungen der Stadt Stuttgart im sechsstelligen Bereich liegen.
Ungewöhnlich: Mehr Zerstörung als Beute
Allein im Stuttgarter Stadtgebiet seien der Polizei rund zehn Einbrüche gemeldet worden, erklärt Polizei-Sprecher Stephan Widmann. "Das Ungewöhnliche ist, dass dabei mehr kaputt gemacht als gestohlen wurde." Als Beispiel nennt er eine Schule in der Köstlinstraße.
Hier seien Unbekannte zwischen dem 30. Dezember 2025 und dem 7. Januar 2026 über eine aufgehebelte Terrassentür eingedrungen. Im Untergeschoss der Schule zerstörten sie ein Waschbecken, was zu einem Rohrbruch führte und das gesamte Stockwerk unter Wasser setzte.
Außerdem brachen die Täter weitere Türen der Schule auf, durchwühlten Schränke, beschädigten die Einrichtung des Lehrerzimmers und den Herd in der Küche. Nach ersten Schätzungen der Polizei beläuft sich der Schaden auf mehrere Hunderttausend Euro.
Einbrüche in den Landkreisen Böblingen, Esslingen und Stuttgart
Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch in den anderen betroffen Schulen und Kindergärten ab. In Waldenbuch im Landkreis Böblingen zertrümmerten Unbekannte laut Polizei ein Oberlicht, über das sie dann ins Lehrerzimmer einstiegen. Anschließend brachen sie auch ins Sekretariat und Rektorat ein, um diese zu durchsuchen. Auch eine Grundschule in Stuttgart-Kaltental wurde in den Winterferien entsprechend verwüstet und beschädigt. In Filderstadt im Landkreis Esslingen waren vor allem die Stadtteile Sielmingen und Bernhausen betroffen. Hier konnte die Polizei einen ersten Erfolg erzielen.
Filderstadt: Jugendliche nach Einbruch festgenommen
Am Montagabend (05. Januar) hat die Polizei im Stadtteil Bernhausen in Filderstadt vier junge Männer zwischen 16 und 18 Jahren auf frischer Tat ertappt. Ein Zeuge hatte gegen 21:15 Uhr verdächtige Geräusche aus der Schule gehört und die Polizei alarmiert. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte flüchteten drei Personen aus dem Gebäude, konnten aber nach kurzer Verfolgung gestellt werden.
Ein 18-jähriger Tatverdächtiger wurde dabei von einem Diensthund gebissen und musste anschließend ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Eine vierte Person wurde mithilfe eines Polizeihubschraubers auf dem Dach des Schulgebäudes entdeckt und ebenfalls festgenommen. Gegen die vier jungen Männer wird nun wegen des Verdachts des besonders schweren Falls des Bandendiebstahls ermittelt, so die Staatsanwaltschaft und Polizei. Dabei werde geprüft, ob die Verdächtigen auch für die anderen Einbrüche in der Region Stuttgart verantwortlich sind.
Stuttgart: Bürgermeisterin verspricht Unterstützung
"Die Einbruchserie macht mich fassungslos und wütend", erklärte Bildungsbürgermeisterin Isabel Fezer (FDP) am Freitag. Sie kündigte an, Schulen zu besuchen, um entsprechende Schutzmaßnahmen einleiten zu können. Die Schadensbehebung habe absolute Priorität, damit der Betrieb schnellstmöglich wieder wie gewohnt laufe.