Familienglück oder Überforderung?

Eineiige Drillinge in Sindelfingen: Mutter spricht von einer Lawine an Emotionen

Familie Yilmaz aus Sindelfingen hatte bis jetzt eine Tochter. Nun sind es vier. Denn die Mutter hat Drillinge bekommen. Die Freude ist groß, die Herausforderungen sind es auch.

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Das Leben mit drei eineiigen Drillingen ist für Mutter Meggy Yilmaz ein Ausnahmezustand, eine "Lawine an Emotionen". Fläschchen geben, Babys wickeln, Kleider waschen, Essen einkaufen, Kinder beruhigen, selbst versuchen ein bisschen zu schlafen und dabei die zweieinhalbjährige ältere Tochter nicht vergessen - Meggy Yilmaz fasst es zusammen: "Mal haben wir Freude, mal sind wir total gestresst. Aber im Großen und Ganzen freuen wir uns, dass sie zu Hause sind. Darauf haben wir uns echt gefreut."

Nach der Geburt: Drillinge bleiben vorerst im Krankenhaus

Den Tag der Geburt nennt Mutter Meggy Yilmaz den "schlimmsten Tag in ihrem Leben". Denn weder eine natürliche Geburt noch ein geplanter Kaiserschnitt waren möglich. Beim sehr kurzfristig eingeleiteten Kaiserschnitt musste alles plötzlich schnell gehen. Alle hätten die Kontrolle übernommen außer sie selbst, erinnert sich die Mutter. "Ich habe geweint, ich habe gezittert. Ich wusste nicht, was jetzt passiert und ob auch die Kinder dann gut aus der Sache rauskommen."

Die Geburt war im August, doch erst seit Mitte November sind die Kinder zu Hause in Sindelfingen-Maichingen (Kreis Böblingen). Denn die Frühchen mussten die ersten Wochen in der Intensivstation betreut werden. Eine Tochter hatte nach der Geburt eine Hirnblutung.

Mama hält Baby auf Schulter zum Bäuerchen machen.
Mutter Meggy Yilmaz: "Es ist eine Lawine an Gefühlen und Emotionen."

Eineiige Drillinge sind statistisch seltener als ein Sechser im Lotto. Stefan Renner, Chefarzt der Geburtshilfe am Klinikum Böblingen, hat Meggy Yilmaz mit seinem Team während der ganzen Schwangerschaft betreut: "Ich glaube, den meisten war gar nicht so bewusst, was für ein Sechser im Lotto wir hier gerade haben beziehungsweise wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass so etwas überhaupt passiert."

Nächtlicher Schichtplan: Vater weckt Mutter um Mitternacht

Vater Yagiz Yilmaz ist selbständig, kann keine Elternzeit nehmen. Damit es trotzdem zu Hause läuft, haben sich die Eltern zum Beispiel auf einen Schichtplan verständigt. Nach der Arbeit kümmert er sich erst einmal um die Töchter. Um Mitternacht weckt er seine Frau, sie ist dann für den zweiten Teil der Nacht dran.

Vater von Drillingen lächelt. Er freut sich über die drei Töchter, kann aber keine Elternzeit nehmen.
Drillings-Vater Yagiz Yilmaz: "Ich führe ein Unternehmen. Elternzeit gibt es da nicht. Wir bekommen hoffentlich bald eine Haushaltshilfe."

"Viele fragen mich, ob ich lieber einen Lottogewinn nehmen würde oder die Drillinge. Ich würde mich noch mal für die Drillinge entscheiden, auch wenn's hart ist und ich manchmal die Nerven verliere." Er liebe einfach Kinder, sagt Vater Yagiz Yilmaz. "Und jetzt eigene Kinder haben, viele Kinder, eine Großfamilie haben. Ich glaube, es ist jetzt schön, aber es wird schöner."

Erstmals publiziert am
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Reporter/in
Maxim Flößer
Maxim Flößer ist Redakteur im SWR Studio Stuttgart
Onlinefassung
Philipp Pfäfflin
Portraitfoto von Philipp Pfäfflin

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