Räumen sich die Roller in Zukunft von alleine auf?

Universität Stuttgart forscht an autonomen E-Scootern

Mal stehen sie im Rudel, mal liegen sie umgekippt einzeln am Boden - oft genug aber mitten im Weg: E-Scooter. An der Universität Stuttgart wird geforscht, wie sich das ändern lässt.

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Von Autor/in Katja Trautwein

Oft verursachen achtlos abgestellte E-Scooter einen wahren Hindernislauf für Fußgängerinnen und Fußgänger. Forschende am Institut für Systemtheorie und Regelungstechnik der Universität Stuttgart arbeiten an einem Projekt, das dafür eine Lösung bieten könnte: ein autonom fahrender E-Scooter.

Prototyp muss noch beaufsichtigt werden

Diese technische Innovation soll noch mehr können, als nur "nicht im Weg rumstehen". Die Forschergruppe arbeitet daran, dass die autonomen E-Scooter außerdem selbständig zur Ladestation finden und sich wieder sinnvoll in der Stadt verteilen.

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Bei strahlendem Sonnenschein testen drei Doktoranden des Teams einen der Prototypen auf dem Campus der Universität Stuttgart. Bisher darf der autonome E-Scooter nur unter Aufsicht und bei gutem Wetter fahren - die Technik ist noch nicht wasserdicht. Im Vordergrund steht zunächst die Entwicklung von grundlegenden Funktionen.

Der E-Scooter hält Balance und erkennt Hindernisse

Kleinere Strecken kennt der E-Scooter auf dem Unigelände schon. Im Schritttempo fährt er unbemannt im Kreis oder auf und ab. Die Balance hält er über ein am Lenker eingebautes "Reaktionsrad". Angetrieben von einem Motor rotiert es immer entgegen der möglichen Fallrichtung.

Unter Einsatz von verbauten Ultraschallsensoren kann der autonome E-Scooter auch schon Hindernisse erkennen, abbremsen und ausweichen.

Doktoranden der Universität Stuttgart mit einem autonomen E-Scooter
Am Prototyp eines autonomen E-Scooters sollen im Labor des Instituts für Systemtheorie und Regelungstechnik an der Universität Stuttgart noch weitere Ultraschallsensoren verbaut werden. Katja Trautwein

Noch mehr Ultraschallsensoren und eine ergänzenden Kamera sollen die Funktion künftig optimieren. Momentan kann der E-Scooter über die Kamera schon Gestik verarbeiten, wie etwa die ausgestreckte "Halt-Stopp-Hand" von Doktorand Robin Strässer. Prompt bleibt der E-Scooter stehen.

Forschungsprojekt noch am Anfang

Autonom fahren soll der E-Scooter nur, wenn er nicht in Benutzung ist. Also zum Beispiel auf dem Weg zu einer Ladestation oder, so die Vision der Forscherinnen und Forscher, auch zu Nutzenden, die den E-Scooter per App zu sich bestellen.

Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Bisher sei man rein an der Grundlagenforschung, also an der technischen Entwicklung, sagt Doktorand David Meister. Später gehe es dann auch noch um Lizenzierungs- und Zulassungsfragen.

Wir sind jetzt erst mal nur ein Forschungsprojekt, das heißt, leider noch weiter von der Anwendung entfernt, als man das vielleicht denken würde.

Autonomer E-Scooter könnte zu nachhaltiger Mobilität beitragen

Die Doktoranden sind aber optimistisch, dass es zur Marktreife kommen wird. Zwar wäre die Anschaffung des autonomen E-Scooters für Verleiher teurer, aber die laufenden Kosten und den CO2-Ausstoß könne der autonom fahrende E-Scooter verringern, so die Forscher.

Denn das Einsammeln der E-Scooter zum Laden wie auch der Transport zu sinnvollen Park-Positionen in der Stadt fallen mit dem autonomen E-Scooter im Idealfall weg. Das effizientere autonome System führt nach Berechnungen der Universität Stuttgart außerdem zu einer deutlich geringeren Zahl an benötigten E-Scooter in der Stadt.

Die Idee zum Forschungsprojekt hatte Institutsleiter Frank Allgöwer vor ein paar Jahren. David Meister, Robin Strässer und zwei weitere wissenschaftliche Mitarbeiter des Instituts sind nach eigenen Angaben bereits die dritte Doktoranden-Generation, die mit Unterstützung von Studierenden an diesem Forschungsprojekt arbeiten.

Nächster Schritt: Selbstständig zur Ladestation finden

Sie wollen den E-Scooter das autonome Laden beibringen. Der E-Scooter soll es schaffen, selbstständig auf eine schmale Rampe zu fahren und sich direkt über der Ladespule zu platzieren.

Autonomer E-Scooter im Labor der Universität Stuttgart auf einer Ladestation
Ein Prototyp der autonomen E-Scooter steht im Labor des Instituts für Systemtheorie und Regelungstechnik der Universität Stuttgart auf einer Ladestation. Die soll der E-Scooter künftig selbstständig anfahren können. Katja Trautwein

Bereits jetzt zieht der autonom fahrende E-Scooter bei Tests auf dem Campus oder bei Präsentationen, wie beim European Robotics Forum in diesem Jahr viele Blicke auf sich. Bei Letzterem hat das Projekt auch eine Auszeichnung abgeräumt.

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