Am Landgericht Stuttgart ist am Mittwoch das Urteil gegen einen zum Tatzeitpunkt 24-jährigen Mann aus Gerlingen (Kreis Ludwigsburg) gefallen. Das Gericht hat ihn wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren verurteilt. Er hatte Ende Oktober 2024 seine Ex-Partnerin getötet und ihre Leiche anschließend in den Neckar geworfen.
Staatsanwaltschaft: Ex-Freundin nach Trennung getötet
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte 13 Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung hatte acht Jahre beantragt. Der Angeklagte saß seit November 2024 in Untersuchungshaft.
Die 26-jährige Partnerin des Angeklagten hatte sich kurz vor der Tat von ihm getrennt. Der Angeklagte hat gestanden, die Frau getötet zu haben. Zum Motiv hatte er im Prozess aber geschwiegen.
Leiche am Neckar in Fellbach entdeckt
Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der Angeklagte die 26-Jährige im Bereich des Vier-Burgen-Stegs in Stuttgart getötet hat. Zuvor soll er laut Gericht Alkohol getrunken haben. Der Alkohol habe enthemmend gewirkt, er sei aber nicht vermindert schuldfähig gewesen, so das Gericht. Laut Urteil hat der Mann die Frau geschlagen und stach danach mehrfach mit einem Messer an verschiedenen Körperstellen auf sie ein. Sie sei dann am Blutverlust durch die Stiche gestorben. Anschließend zog der Täter die Frau aus und warf ihre Leiche in den Neckar.
In den Tagen nach der Tat soll er zunächst versucht haben, falsche Fährten zu legen. Kurze Zeit später hat er laut Urteil dann versucht, sich das Leben zu nehmen. Er kam ins Krankenhaus wegen Verletzungen, die er sich selbst zugefügt hatte. Dort wurde er festgenommen und gestand die Tat. Auch im Gerichtsverfahren räumte er die Tat ein. Das wurde vom Gericht strafmildernd gewertet.
Die Leiche der Getöteten wurde im November 2024 am Neckar in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) im Bereich der Landungsbrücke im Stadtteil Oeffingen entdeckt, nachdem sie neun Tage lang im Fluss weitergetrieben war. Zwischenzeitlich hatten 30 Beamtinnen und Beamte der Polizei in der Sonderkommission FLUSS in dem Fall ermittelt.