In Filderstadt-Bonlanden (Kreis Esslingen) sind die Einsatzkräfte von Dienstagnachmittag bis Mittwochmorgen insgesamt 13 Stunden im Einsatz gewesen. In einer Lagerhalle einer Speditionsfirma war nach Angaben der Feuerwehr ein 200-Liter-Fass mit einer gefährlichen Flüssigkeit ausgelaufen.
Flüssigkeit war brennbar, ätzend und womöglich explosiv
Das Fass habe ein Leck gehabt und die Lagerhalle mit der ausgetretenen Flüssigkeit großflächig kontaminiert, so die Feuerwehr. Das habe eine chemische Reaktion ausgelöst, bei der sich Dampf bildete. Die Flüssigkeit ist nach Einschätzung der Feuerwehrchemiker brennbar, ätzend und unter Umständen auch explosionsfähig gewesen.
Die Dämpfe hätten die Brandmeldeanlage und die Kohlenstoffdioxid-Löschanlage ausgelöst. Kohlenstoffdioxid sei über Druckentlastungsöffnungen des Gebäudes sichtbar ausgetreten. Zusätzlich sei aus einem weiteren 60-Liter-Fass eine andere brennbare Flüssigkeit ausgelaufen.
Gewerbegebiet evakuiert: 210 Menschen betroffen
Rund 210 Menschen mussten mehrere Gebäude im Gewerbegebiet verlassen, darunter Mitarbeitende der Speditionsfirma und der angrenzenden Unternehmen. Auch eine Tiefgarage wurde geräumt. In zwei Gebäuden musste aufgrund der Explosionsgefahr der Strom abgeschaltet werden. Verletzt wurde bei dem Einsatz laut Polizei niemand. Auch für die Bevölkerung in den angrenzenden Wohngebieten habe keine Gefahr bestanden.
Gefährliche Chemikalie mit Quarzsand gebunden
Rund 115 Feuerwehrleute mit 32 Einsatzfahrzeugen sowie weitere Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes waren mehr als 13 Stunden vor Ort. Es habe sich um einen "extrem aufwändigen" Einsatz gehandelt, so die Feuerwehr. Einsatzkräften in Chemikalien-Schutzanzügen gelang es, die beiden leckgeschlagenen Fässer kurz vor 19 Uhr zu bergen. Sie wurden in so genannten Überfässern gasdicht gesichert. Die ausgelaufenen Chemikalien konnten mit Quarzsand gebunden und aufgenommen werden.
Gebäude gelüftet und freigegeben
In der Nacht haben die Einsatzkräfte die geräumten Gebäude nach Prüfung und Belüftung wieder freigegeben. Die Kreisstraße K1225 war während des Einsatzes voll gesperrt. Wie es zu dem Gefahrgutaustritt kam und um welche Art von Chemikalien es sich genau handelte, ist laut einem Polizeisprecher noch unklar.