In Winnenden im Rems-Murr-Kreis haben am Mittwochvormittag rund 300 Menschen an den Amoklauf vor 17 Jahren erinnert. Die Gedenkfeier begann um 9:33 Uhr mit dem Läuten der Kirchenglocken. Zu dieser Uhrzeit war bei der Polizei am 11. März 2009 der erste Notruf eingegangen.
Emotionale Gedenkfeier für die Menschen in Winnenden
Das Gedenken begann mit einem stillen Moment am "Gebrochenen Ring", einem Mahnmal aus Stahl, das an die Tat in Winnenden erinnert. Dort stehen am Mittwoch 15 weiße Rosen, für jedes Opfer von Winnenden und Wendlingen eine. Im Anschluss sprach Astrid Hahn, die damalige Schulleitung, vor der Menschenmenge. Sie zählte die Namen der Opfer auf und erwähnte, wie dankbar sie sei, dass so viele Menschen zu der Gedenkfeier gekommen sind.
Anschließend wurde die Veranstaltung in der Hermann-Schwab-Halle in Winnenden fortgesetzt. Dort sprach der Oberbürgermeister von Winnenden Hartmut Holzwarth (CDU) sein Mitgefühl aus. "Die Zeit vergeht, doch der Schmerz bleibt. Gerade weil die Jahre ins Land gehen, ist es wichtig, die Erinnerung bewusst wachzuhalten", sagte er. An der Schule selbst erinnert ein Gedenkraum in einem ehemaligen Klassenzimmer, wo damals sechs Jugendliche erschossen wurden, an die Tat. Am Morgen gab es in der Albertville-Realschule bereits eine Gedenkstunde.
Amokläufer tötete 15 Menschen und danach sich selbst
2009 hatte der 17-jährige Tim K. an der Albertville-Realschule Winnenden acht Schülerinnen, einen Schüler sowie drei Lehrerinnen erschossen. Auf seiner Flucht tötete er kurz danach einen Gärtner am Zentrum für Psychiatrie und später einen Verkäufer und einen Kunden eines Autohauses in Wendlingen (Kreis Esslingen). Am Ende erschoss sich der Täter selbst.
Die Tat hatte unterschiedliche Folgen: So wurde beispielsweise das Waffenrecht in Deutschland verschärft und die Zahl der Schulpsychologen verdoppelt. Der Vater des Amokläufers wurde wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Als Sportschütze hatte er seine Waffen nicht ordnungsgemäß weggesperrt. Die Familie hat an einem anderen Ort ein neues Leben mit neuer Identität angefangen. Auch die Berichterstattung mancher Medien wurde stark kritisiert.