Geflüchteter wegen Mordes vor Gericht

Hochdorf: Prozess um tödlichen Angriff auf Jogger begonnen

Seit Mittwoch steht ein Geflüchteter aus Afghanistan vor dem Stuttgarter Landgericht. Er soll im November letzten Jahres einen Jogger in Hochdorf ermordet haben.

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Stand

Von Autor/in Kerstin Rudat

Vor dem Landgericht Stuttgart hat am Mittwoch der Prozess gegen einen Mann aus Afghanistan begonnen. Dabei wurde die Anklage gegen ihn verlesen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm demnach heimtückischen Mord aus niederen Beweggründen vor. Dem Angeklagten droht eine lebenslange Haftstrafe. Der Mann stammt aus Kabul und ist nach eigenen Angaben 25 Jahre alt.

Opfer erlag noch vor Ort seinen schweren Verletzungen

Dem Geflüchteten wird vorgeworfen, Mitte November letzten Jahres in Hochdorf (Kreis Esslingen) einen ihm zufällig entgegenkommenden Jogger mit einem "Klingenwerkzeug" ermordet zu haben, so die Staatsanwaltschaft. "Nach unseren Erkenntnissen bestand keine Vorbeziehung zwischen dem 56-jährigen Opfer und dem Angeklagten", teilte sie außerdem mit.

Die Ermittlungsbehörden werfen dem Angeklagten vor, mit dem scharfen Gegenstand dem Jogger mehrere tiefe Stiche in die Brust versetzt zu haben. Trotz eingeleiteter Erste-Hilfe-Maßnahmen und der Behandlung durch einen Notfallmediziner erlag der 56-Jährige den Angaben zufolge circa 40 Minuten nach der Tat seinen schweren Verletzungen.

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An dem Tag Mitte November hatten nach Informationen der Polizei mehrere Menschen angerufen, weil sie einen Streit zwischen zwei Männern mitbekommen hätten. Demnach habe ein Mann den anderen mit einem "spitzen, scharfen Gegenstand" attackiert und sei dann geflüchtet. Die Polizei setzte für die Suche auch einen Hubschrauber ein.

Angriff aus Frust über Verlegung in eine andere Unterkunft?

Als Motiv vemutet die Staatsanwaltschaft Frustration: Der Angeklagte sei eine Woche zuvor aus einer Asyl-Unterkunft in Hochdorf in eine andere Unterkunft in Wernau (ebenfalls Kreis Esslingen) verlegt worden. Zudem sei der 25-Jährige über einen kurz vorher stattgefundenen Streit in seiner ehemaligen Unterkunft in Hochdorf verärgert gewesen, so die Ermittlungsbehörden. 

Nach Angaben der Polizei war der Anklagte nach der Tat zu seiner neuen Unterkunft in Wernau geflüchtet, wo er eine Stunde später festgenommen werden konnte.

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