Technik-Unterstützung für Lehrer und Klassen

Stuttgart: Wenn Schüler offizielle IT-Ersthelfende an ihrer Schule werden

Sie helfen, wenn Schüler oder Lehrer mit der IT nicht weiter wissen. Dazu werden in Baden-Württemberg dieses Jahr über 360 Jugendliche ausgebildet - auch in Stuttgart-Zuffenhausen.

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Von Autor/in Deborah Kölz

Ein Kabel ist nicht richtig verbunden, das falsche Netzwerk ausgewählt oder Probleme mit der KI - und schon wollen die technischen Geräte nicht mehr so, wie man sich das wünscht. Das kann auch in der Schule passieren und den Unterricht stören. Deshalb haben sich in Stuttgart-Zuffenhausen nun Schülerinnen und Schüler zu IT-Ersthelfenden ausbilden lassen. Insgesamt werden in diesem Jahr rund 360 Schülerinnen und Schüler im Land zu technischen Ersthelfern, auch an Schulen in Karlsruhe, Heilbronn oder Tuttlingen.

IT-Ersthelfende sind wie Schulsanitäter für Technik

Im kommenden Schuljahr können die neuen IT-Ersthelfenden dann aus ihrem Unterricht gerufen werden, wenn andere Klassen oder Lehrer technische Probleme haben. Dafür selbst etwas Unterricht zu verpassen, findet Alper, der beim IT-Kurs in Stuttgart dabei ist, nicht schlimm: "Ich finde es interessant, aus dem Unterricht rausgerufen zu werden, auch bei Schulsanitätern. Man wird gebraucht, man kann anderen Leuten helfen - sei es jetzt technisch oder gesundheitlich." Dazu werden IT-Helfenden auch noch weitere zehn Monate immer wieder bei kleinen Fortbildungen geschult.

In Stuttgart lernen Schülerinnen und Schüler viel über IT und die Online-Welt, um als IT-Ersthelfende anderen in der Schule zu helfen.
Die IT-Ersthelfenden in Stuttgart-Zuffenhausen lernen erstmal selber noch mehr über Hardware und Software. EnBW/Frank Peck

In einem Drei-Tage-Camp haben sie aber erstmal noch viele Basics zusammen gelernt - auch wenn einige von ihnen bereits technisch-versiert sind oder sogar etwas programmieren können. Die IT-Ersthelfenden haben zum Beispiel einen Laptop auseinandergeschraubt, mussten einen Fehler finden und ein Teil auswechseln. In den Kursen ging es auch um Cybermobbing und darum, wie man Fake News auf Social Media erkennen kann, genauso wie andere Inhalte, die von einer KI und nicht von einem Menschen erstellt wurden.

Wie bekomme ich bessere KI-Ergebnisse?

Die Sache mit der KI ist immer gar nicht so einfach, lernen die Jugendlichen. Manchmal kann eine KI auch ungenau oder gar falsch antworten, um nicht nichts antworten zu müssen. So würden ja auch manche Kulturen reagieren, wenn sie etwas nicht beantworten können, erzählt Laura: "Dass es da so Parallelen gibt zwischen Menschen und KI, finde ich krass."

In Stuttgart lernen Schülerinnen und Schüler viel über IT und die Online-Welt, um als IT-Ersthelfende anderen in der Schule zu helfen.
Künstliche Intelligenz und Virtual Reality sind bei den IT-Ersthelfenden ebenfalls ein Thema. EnBW/Frank Peck

Deshalb lernen die IT-Ersthelfenden, dass man am besten sehr konkrete Prompts - also Befehle - bei Künstlichen Intelligenzen wie Chat GPT eingeben muss. "Beim Hausaufgaben machen, machen viele Kinder eben ein Foto davon und sagen der KI, welche Aufgabe sie machen soll", meint Dennis. Durch eine oberflächliche Frage sei auch die Antwort nicht so gut. "Man muss der KI klarmachen, welche Rolle sie hat und was diese Rolle zu tun hat", so Dennis weiter. So hätten sie Chat GPT im Kurs im Namen eines Lehrers zum Beispiel eine konkrete Klassenfahrt planen lassen.

60 Prozent Schülerinnen bei den IT-Ersthelfenden

Das lernen in Stuttgart nicht nur Jungs, sondern auch jede Menge Mädchen. 60 Prozent Teilnehmerinnen sind es bei dem Stuttgarter Kurs, bei dem Jugendliche von einem Gymnasium und zwei Realschulen dabei sind. "Es ist gut zu zeigen, dass nicht immer nur die Jungs alles können, sondern auch Mädchen", sagt Teilnehmerin Nicolina dem SWR.

Die Schlossrealschule für Mädchen hatte sogar schon im vergangenen Jahr ein paar ihrer Schülerinnen probeweise zu IT-Ersthelfenden ausbilden lassen. Deren Konrektorin Clarissa Eberhard findet diese Eigenverantwortung gut: "Wir können Medien nicht mehr raushalten, umso wichtiger ist es, die Schüler darin zu schulen, einen sinnvollen Umgang damit zu lernen."

In Stuttgart lernen Schülerinnen und Schüler viel über IT und die Online-Welt, um als IT-Ersthelfende anderen in der Schule zu helfen.
Nicolina und Laura freuen sich schon drauf, wenn sie gerufen werden und zeigen können, dass auch sie als Mädchen ein technisches Problem lösen können. EnBW/Frank Peck

Technik und IT auch als Berufswunsch?

Das IT-Ersthelfenden-Projekt soll den Jugendlichen auch die Berufswelt mit IT und Technik näher bringen. Deshalb werden die Kurse in Baden-Württemberg von der BG300 Bildungsorganisation zusammen mit der EnBW und Netze BW organisiert. Und ein Team der EnBW zeigt den Schülerinnen und Schülern auch, welche Möglichkeiten IT, KI und zum Beispiel Roboter in der Arbeitswelt bieten. Deshalb sind auch Virtual-Reality-Brillen oder Drohnen bei dem IT-Ersthelfenden-Kurs im Einsatz.

In Stuttgart lernen Schülerinnen und Schüler viel über IT und die Online-Welt, um als IT-Ersthelfende anderen in der Schule zu helfen.
Die IT-Ersthelfenden lernen, wie KI und Informatik später auch mit moderner Robotik im Beruf kombiniert werden können. EnBW/Frank Peck
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