Sein Fachgebiet war der Mercedes 300 SL

Leonberg: Oldtimer-Spezialist Klaus Kienle tot aufgefunden

Klaus Kienle aus Heimerdingen bei Stuttgart ist tot. Mit der Restauration von Mercedes-Modellen hatte er sich weltweit einen Namen gemacht, bis Betrugsvorwürfe in die Insolvenz führten.

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Von Autor/in Susanne Kurz

Der Oldtimer-Spezialist Klaus Kienle ist mit 77 Jahren gestorben. Er wurde am Dienstag tot in seinem Wohnhaus in Leonberg aufgefunden, wie die "Stuttgarter Zeitung" zuerst berichtete. Ein Fremdverschulden werde ausgeschlossen.

Plötzlich stehen Betrugsvorwürfe im Raum

Für viele war er die Ikone der deutschen Automobilrestauration. Jahrzehntelang war seine Kundenliste voller schillernder Persönlichkeiten. Prominente Sportler, Reiche, Könige aus aller Welt kauften in Baden-Württemberg, in Stuttgart, ihren exklusiven Oldtimer. Klaus Kienle war auf Mercedes-Modelle spezialisiert, besonders der Mercedes 300 SL war sein Fachgebiet. Millionen hat er für einzelne, scheinbar exklusive Modelle kassiert. Bis schließlich Käufer stutzig wurden.

Oldtimer-Werkstatt mit Mercedes-Modellen, die restauriert werden.
Viele teure Mercedes-Modelle standen in der Oldtimer-Werkstatt von Klaus Kienle.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg ermittelten wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug im Zusammenhang mit Oldtimern. Der Vorwurf: Schummeleien mit Fahrzeug-Identifikationsnummern (die sogenannte FIN).

Geplantes Strafverfahren kann nicht mehr durchgeführt werden

Der schon vorher durch schwere Corona-Jahre angeschlagene Betrieb ging insolvent. Die Klassikabteilung des Unternehmens Mercedes-Benz kaufte schließlich den Betrieb, kaufte Ersatzteillager, Werkzeuge und übernahm einen Großteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für einen geringen Millionenbetrag.

Ein erstes Strafverfahren wäre in Kürze eröffnet worden.

In der ARD Mediathek ansehen: Dokumentation "Skandal um Oldtimer - der tiefe Fall des Klaus Kienle"

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Susanne Kurz