In der Bücherei Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen) durften Kuscheltiere eine Übernachtungsparty feiern. 65 Kinder haben dazu ihre flauschigen Freunde für eine Nacht am Büchereistandort in Leinfelden abgegeben.
Nachts in der Bücherei: Kuscheltiere sollen essen, spielen und feiern
Die Idee zu der Kuscheltierparty hatte Mitarbeiterin Judith Wisotzki. Sie und ihre Kollegin Anja Schirmer haben sich überlegt, was die Tiere nachts alles erleben könnten: Es gibt ein Abendessen, dazu ein Gruppenbild mit Luftballons und Luftschlangen. Außerdem eine Schlittenfahrt, Spiele, ein buntes Tafelbild und am Schluss eine Gutenachtgeschichte im Schlafsack. Die Bücherei-Mitarbeiterinnen drapieren die Kuscheltiere in diesen Szenen.
Am nächsten Tag dürfen die Kinder ihre Kuscheltiere dann wieder abholen und jedes bekommt einen Brief und Fotos darüber, was ihr Kuscheltier in der Nacht für Abenteuer erlebt hat. "Die haben Party gemacht und neue Freunde gefunden", verkündet Olivia. Aber ein bisschen habe ihr Fuchs sein Zuhause vermisst.
Es gibt außerdem auch Fotos mit den Medien, die die Bücherei verleiht. Geschichten mit der Toniebox, Edurinos, Tiptoi-Stifte oder Gesellschaftsspiele. "Das sind unsere Medien, die viele Kinder vielleicht noch nicht kennen. Das sind vor allem Kindergartenkinder, die erstmals Berührung mit Büchern hatten", erklärt Wisotzki. "Es ist einfach schön, wenn man so die Bücherei von der kreativen Seite mal so zeigen kann", findet Wisotzki.
Kuscheltierparty: Nicht jeder gibt Lieblingstier ab
Neben Klassiker-Kuschelfreunden wie Hunden und Bären nimmt Büchereileiterin Stefanie Schütte dabei auch viele Tiere entgegen, die vielleicht nicht jeder im Schrank hat. Zum Beispiel zwei Capybaras aus Südamerika oder ein Kuscheltier in Form eines Pfannkuchen-Stapels. Auch drei große Haie lassen Schütte grinsen: "Der Bär mit der Sonne auf dem Bauch ist mein persönliches Highlight. Der bringt mir ein Lächeln ins Gesicht", so Schütte. Viele der Kinder hätten aber das zweitliebste Tier vorbei gebracht, sagt die Leiterin mit einem Schmunzeln.
Der kleine Theo hat trotzdem seinen Lieblingslöwen abgegeben. Und Noemi ist sich sicher, dass ihr Teddybär mutig genug ist für die Party: "Der ist schon elf und mag besonders Bücher über Honig." Essen, Trinken und ein besonders gemütliches Bett, das ist Marie und ihrer kleinen Schwester Linda sehr wichtig - und "dass sie nicht in eine Ecke gesetzt werden." Damit das nicht passiert, haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bücherei schon vorgesorgt.
Die Bücherei veranstaltet die Kuscheltierparty schon zum zweiten Mal. "Uns liegt die Familienbibliothek sehr am Herzen - dass Kinder hier reinkommen, die Bücherei kennenlernen und eine Wertschätzung fühlen", sagt Wisotzki, die seit fast 30 Jahren für die Bücherei arbeitet.
Kuscheltierparty kommt bei Kindern und Eltern gut an
Neben den kleinen Bücherei-Besuchern sind auch Eltern sind begeistert von der Aktion. "Ich finde es schade, die Kuscheltiere sitzen die ganze Zeit nur daheim rum, haben nicht viel zu tun - und wenn die dann mal einen Abend Party machen können, finde ich eigentlich sehr angenehm", sagt Vater Maximilian Renz. Svenja Eigner hat ihren kleinen Sohn Maxim auf dem Arm. "Wir haben gestern Abend noch ganz viel darüber geredet, was Tier wohl gerade macht", erzählt sie. "Ich habe immer gesagt, er macht nichts. Er hat gesagt, er liest eher ein Buch. Das ist eine pure Kindheitserinnerung, kommt in sein Album rein."