Kassenschublade lag 30 Jahre im Wasser

Kreis Ludwigsburg: Magnetangler findet Geldschublade mit goldener Uhr

Meist aus Abenteuerlust "fischen" Magnetangler in Flüssen und Seen. Einer hat Anfang August eine Schublade einer Kasse gefunden. Diebesgut aus einem Einbruch Anfang der 1990er Jahre.

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Von Autor/in Markus Frank

Ein Magnetangler aus Oberstenfeld im Kreis Ludwigsburg hat eine Registrierkassenschublade aus einem Bach "gefischt". Ein besonderen Fang, wie sich herausstellte. Die Kasse wurde Anfang der 1990er Jahre bei einem Einbruch in einer Gaststätte in Beilstein (Kreis Heilbronn) gestohlen.

Schatzsuche mit Magnet

Die Geschichte um den kuriosen Fund der Reihe nach: Anfang August hat Markus Kronenwett aus Oberstenfeld mal wieder eine Magnet-Angeltour für Kinder angeboten. Auf die Idee kam er, weil seine beiden Söhne so begeistert sind vom Magnetangeln. Die Gruppe mit zwölf Kindern ist mit Gummistifeln und Magnetangeln durch den Söhlbach gewatet. Das sei ein tolles Abenteuer gewesen, erzählt er.

Plötzlich sei ein Ruf der Kinder gekommen: "Wir haben einen Schatz gefunden! Eine Geldkassette!" Tatsächlich war die Geldkassette mit Kleingeld, Dokumenten und einer goldenen Uhr reich gefüllt.

Das Handwerkszeug des Magnetanglers
Das Handwerkszeug: Gummistiefel, Eimer, wasserundurchlässige Latzhose und Magnet. Der hat eine Zugkraft von 350 Kilogramm und kann zum Beispiel Einkaufswagen, Fahrräder oder Motoren aus dem Wasser holen. Markus Frank, SWR

Heiße Spur lag in der Geldkassette

Wie konnte man nun das Geheimnis um den gefundenen Schatz lösen? Die Kassette befand sich ja über 30 Jahre im Wasser, wie sich später herausstellte.

Eine heiße Spur waren die "Dokumente", die sich in dem Schubfach befanden. Es waren Nutzerkarten für einen Großhandel, die zu dem Besitzer führten. Die Karten waren auch nach über 30 Jahren noch lesbar, da sie, so Markus Kronenwett, mit Kies bedeckt waren und das Wasser im Bach sehr sauber ist. Der Besitzer ist ein Gastronom aus Beilstein. Der hat sich riesig über die Rückgabe der goldenen Armbanduhr gefreut. Die wurde ihm nämlich bei dem Einbruch Anfang der 1990er Jahre geklaut und sollte ein Überraschungsgeschenk für seine inzwischen verstorbene Frau werden.

Viele Erinnerungsstücke im Magnetanglermuseum

Die Kassenschublade hat inzwischen einen Ehrenplatz im Magnetanglermuseum in Oberstenfeld bekommen. 

Das Magnetanglermuseum in Oberstenfeld erzählt viele Geschichten
Die Kassenschublade (rechts) hat einen Ehrenplatz im Magnetanglermuseum in Oberstenfeld bekommen. In der Krimi-Ecke lagern dort auch Tresore und Opferkassen von Kirchen. Zu sehen gibt es auch Motorräder, Münzen, Panzerfäuste und Stahlhelme. Nicht zu vergessen: Bügeleisen und jede Menge Elektroschrott. Markus Frank, SWR

Angeln mit starkem Magnet

Bei Flüssen angelt man vom Ufer oder von Brücken aus. Bäche durchkämmt man mit Gummistiefeln und einer wasserdichten Hose, die bis zur Brust reicht. In der einen Hand hat man einen Eimer, in der anderen einen starken Magneten an einem stabilen Seil. Dieser Magnet hat eine Zugkraft von 350 Kilogramm und kann zum Beispiel Einkaufswagen, Fahrräder oder Motoren aus dem Wasser holen.

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Markus Frank
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Onlinefassung
Joachim Thiel

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