Das am Mittwoch in einem Auto in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) tot aufgefundene Kleinkind ist an einem Hitzschlag gestorben. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, hat das die Obduktion des Kindes ergeben. Demnach konnte ein Organversagen infolge eines Hitzschlags als eindeutige Todesursache erkannt werden, erklärte die Polizei. Die 44-jährige Mutter hatte ihre 20 Monate alte Tochter im Auto vergessen.
Totes Kind in Auto in Schorndorf: Mutter dachte, sie habe es im Kindergarten abgegeben
Die Ermittlungen der Kriminalpolizei habe darüber hinaus den Verdacht erhärtet, dass die Mutter dachte, sie habe ihr Kind im Kindergarten abgegeben. In diesem Glauben sei sie an dem Mittwochmorgen zur Arbeit gegangen.
Als sie am Nachmittag gegen 14:30 Uhr ihre Tochter abholen wollte, habe sie das leblose Mädchen im Auto entdeckt. Alle Versuche, das Kind wiederzubeleben, scheiterten. Es starb an Ort und Stelle.
Mutter vergisst Kind in Schorndorf in Auto und es stirbt: Kein Einzelfall
Unklar ist noch, ob sich die Mutter zu den Vorwürfen geäußert hat. Sie ist auf freiem Fuß und hat einen Rechtsbeistand gewählt. Gegen die 44-Jährige wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt.
Dass Eltern ihre Kinder im Auto vergessen, ist kein Einzelfall. Forscher sprechen vom "Forgotten-Baby-Syndrom". Laut dem US-amerikanischen Psychologieprofessor David M. Diamond können Stress, Schlafmangel oder veränderte Routinen das Vergessen auslösen. Im Gehirn entstehe eine falsche Erinnerung, weil Routinehandlungen wie etwa die Fahrt zur Arbeit quasi per Autopilot absolviert würden.