Wer am Olgaeck vorbeifahren will, muss sich bald auf Tempo 30 einstellen. Die Stadt Stuttgart hat dem SWR auf Nachfrage bestätigt, dass sie dort die Geschwindigkeit drosseln will. Anlass ist der Unfall Anfang Mai am stark befahrenen Verkehrsknoten. Zuerst hatten die "Stuttgarter Nachrichten" über die Einführung von Tempo 30 berichtet.
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Der Unfall am Olgaeck hat viele erschüttert: "Wie wenn es ein Anschlag gewesen wäre", sagt Susanne Lex. Mit etwa 250 Anderen hat sie der Opfer gedacht - und mehr Schutz gefordert.
Tempo 30 am Olgaeck: Zeitpunkt noch offen
Den Antrag auf Tempo 30 hatte die Stuttgarter Gemeinderatsfraktion von SPD und Volt gestellt. Die Stadt teilte dazu am Freitag mit, mit der Einführung von Tempo 30 in zwei Stufen solle nun die Sicherheit am Olgaeck verbessert werden. Die erste Stufe werde bald entlang der Charlottenstraße eingeführt, so die Stadt. Ein genauer Zeitpunkt steht aber den Angaben zufolge noch nicht fest.
Tempolimit rechtlich möglich
Möglich sei eine Geschwindigkeitsreduzierung an dieser Stelle, weil an den Straßen am Olgaeck Schulwege verlaufen. In diesem Fall erlaube es die Straßenverkehrsordnung, ein Tempolimit einzuführen, teilte die Stadt mit. Für weitere Maßnahmen, um die Sicherheit von Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern zu erhöhen, müsse erst das Ergebnis einer Sicherheitsüberprüfung abgewartet werden.
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Anfang Mai zog ein schwerer Unfall in Stuttgart die Aufmerksamkeit auf den gefährlichen Knotenpunkt. Verkehrsminister Hermann regt in einem Brief an die Stadt Konsequenzen an.
Unfall: SUV fuhr in Menschengruppe
Anfang Juni hatte die Stadt dem SWR zu Tempo 30 am Olgaeck mitgeteilt, das Problem hierbei sei die komplexe Verkehrssituation an der Kreuzung. Tempo 30 wirke sich auf die Ampelsteuerung aus, was auch Folgen für Busse und Stadtbahnen habe, sagte ein Sprecher damals.
Anfang Mai war am Olgaeck ein Mann mit seinem Geländewagen in eine Menschengruppe gefahren. Mehrere Menschen wurden verletzt, eine Frau starb später an ihren Verletzungen.
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Am Freitag wird die beim Unfall getötete 46-Jährige beigesetzt. Der Mann, der in Stuttgart in eine Gruppe Passanten gefahren ist, hat nach SWR-Informationen Opfern und Angehörigen Geldhilfen gezahlt.
Mitte Juni erklärte die Staatsanwaltschaft Stuttgart auf SWR-Anfrage, dass aktuell noch ein unfallanalytisches Gutachten laufe. Dieses solle möglichst in den kommenden Wochen abgeschlossen werden, hieß es damals. Über eine Anklage gegen den Fahrer des Unfallwagens werde erst entschieden, wenn die Unfallursache feststehe.