Das Musical "We will rock you" mit der Musik von Queen wurde zum ersten Mal 2002 in London gezeigt. 2008 kam es für rund zwei Jahre nach Stuttgart. Jetzt läuft es dort in einer modernisierten Version erneut. Die Rockband Queen hat weltweit mehr als 300 Millionen Alben verkauft. Ihr Song "Bohemian Rhapsody" ist mit 2,6 Milliarden Aufrufen der meistgestreamte Song des 20. Jahrhunderts.
- Wie war die Premiere des Musicals "We will rock you" in Stuttgart?
- Darum geht es im Queen-Musical
- Wie ist die Musik in "We will rock you" in Stuttgart?
- "We will rock you" - Wie sind Bühnenbild und Kostüme?
- Wie sind die Darstellerinnen und Darsteller?
- Das ist die beste Szene im Musical "We will rock you" in Stuttgart
- Lohnt sich das Musical "We will rock you" in Stuttgart?
Wie war die Premiere des Musicals "We will rock you" in Stuttgart?
Zu der Premiere im SI-Centrum waren viele Promis eingeladen. Dazu gehörten Schlagersängerin Stefanie Hertel, Tatort-Kommissar Richy Müller und Moderatorin Janin Ullmann.
Als die Zugabe lief und das Ensemble den Hit "Bohemian Rhapsody" sang, ging auf einmal der Bühnenboden auf und von unten fuhr Queen-Mitglied Sir Brian May auf die Bühne. Das Publikum brach in Jubel aus. Bei einigen im Saal liefen sogar Tränen der Rührung. Mit seiner Gitarre begleitete May dann die letzten Minuten der Show. Auch auf der anschließenden Premierenfeier war der Weltstar zu Gast und ließ sich im VIP-Bereich auch mit anderen Gästen fotografieren.
Darum geht es im Queen-Musical
Anders als in "Tina - Das Tina Turner Musical" oder "MJ - Das Michael Jackson Musical" geht es in dem Queen-Musical nicht um die Band Queen oder um deren exzentrischen Frontman Freddie Mercury. Der britische Autor und Comedian Ben Elton hat sich vielmehr eine ganz neue Geschichte überlegt: Irgendwann in der Zukunft sind auf der Erde alle Musikinstrumente verbannt. Die Jugendlichen hören nur noch Musik, die von Computern gemacht wird. Eine Gruppe von Rebellen will die Rockmusik wiederbeleben und macht sich auf die Suche nach einem verschollenen Instrument.
Die Geschichte dient vor allem dazu, die Hits von Queen miteinander zu verbinden. Es gibt viele Gags und Anspielungen auf Pop- und Rocksongs. Sinn macht das alles nicht unbedingt, dafür aber ungeheuer viel Spaß. Gegen Ende ist die Geschichte dann komplett Nebensache. Das Stück endet mit einem großen Konzert, in dem Queen-Songs gesungen werden.
Wie ist die Musik in "We will rock you" in Stuttgart?
Das Wichtigste an diesem Musical ist ganz klar die Musik von Queen. Mehr als 20 Hits kommen in dem Stück vor. Alle werden im englischen Original gesungen. Dazu gehören "Radio Ga Ga", "Under Pressure", "Bohemian Rhapysody" und natürlich der Titelsong "We will rock you". Die Darstellerinnen und Darsteller werden von einer Band begleitet, die direkt auf der Bühne sitzt und den typische Queen-Sound liefert. Am Anfang und am Ende des Stücks sind die Musikerinnen und Musiker auch zu sehen.
"We will rock you" - Wie sind Bühnenbild und Kostüme?
Das Bühnenbild besteht aus mehreren LED-Wänden, auf denen die ganze Zeit verschiedenste Hintergründe und Motive projiziert werden. Ergänzt werden die LED-Wände teilweise durch echte Requisiten. Manchmal ist gar nicht mehr zu erkennen, was echt oder Animation ist.
Die Kostüme sind - passend zum Stück - rockig und modern.
Wie sind die Darstellerinnen und Darsteller?
Auf der Bühne stehen allesamt herausragende Sängerinnen und Sänger. Die stimmliche Qualität ist beeindruckend. Beispielsweise spielt der Norweger Kasper Nilsson die Hauptrolle des Galileo. Er ist der Anführer der Rebellen. Es wirkt fast so, als ob die Queen-Songs für ihn geschrieben wurden. Jede Geste von ihm erinnert an einen Rockstar. Da verzeiht man ihm auch gerne, dass er noch ein paar Schwierigkeiten mit der deutschen Aussprache hat.
Seine Freundin Scaramouche wird von Isabel Waltsgott gespielt. Auch sie sorgt stimmlich für Gänsehautmomente.
Aisata Blackman spielt die böse Killerqueen. Die gebürtige Niederländerin stand in Stuttgart schon in "Bodyguard" und "Tina - Das Tina Turner Musical" auf der Bühne hat sich in der Region dadurch eine große Fangemeinde erspielt. Sie scheint jede Sekunde auf der Bühne zu genießen.
Das ist die beste Szene im Musical "We will rock you" in Stuttgart
Es gibt bei "We will rock you" nicht den einen spektakulären Moment. Es ist nicht wie in anderen Musicals, die schon in Stuttgart zu sehen waren, bei denen beispielsweise ein Teppich flog, ein Hubschrauber auf der Bühne landete oder ein Kronleuchter ins Publikum stürzte.
Es gibt in dem Stück viele musikalisch beeindruckende Momente und Szenen. Beispielsweise werden kurz vor der Pause die Namen von jung verstorbenen Rockstars genannt. Ihnen zu Ehren wird dann "No-one but you" gesungen. Im zweiten Teil gibt es einen ganz innigen Moment zwischen Scaramouche und Galileo und sie singen vor einem Sternenhimmel "Who wants to live forever".
Und spätestens im Konzertteil am Ende des Abends hält es niemanden mehr auf den Sitzen.
Lohnt sich das Musical "We will rock you" in Stuttgart?
Von der ersten Minute an will das Musical eins: Das Publikum unterhalten. Und das gelingt dem Stück perfekt. "We will rock you" nimmt sich einfach nie erst. Kein Gag ist zu doof, um nicht doch noch für einen Lacher zu sorgen. Das - vermischt mit der Musik von Queen - sorgt für eine ungeheure Leichtigkeit und Freude.
Groß nachdenken sollte man nicht: Warum beispielsweise die böse Killerqueen gegen Rockmusik ist, aber selbst den ganzen Abend Rocksongs singt - einfach nicht hinterfragen. Dass die Schauspielerinnen und Schauspieler fast wie Comicfiguren reden und ihre Texte meist komplett unnatürlich aufsagen - egal. So kommen die Gags einfach viel besser raus. Nicht nur für eingefleischte Queen-Fans lohnt sich ein Besuch.
Musicalbesuche sind aber leider immer ein teures Vergnügen. Bei "We will rock you" starten die Ticketpreise bei 59,99 Euro. Tipp dazu: Innerhalb der Woche sind die Tickets immer günstiger und bislang hat der Musicalveranstalter nach einigen Monaten nach der Premiere immer wieder Ermäßigungsaktionen angeboten. Da konnten Besucherinnen und Besucher dann ein wenig sparen.