In Stuttgart-Zuffenhausen wird seit Montag ein neues Schwimmbad errichtet. Es soll das bisherige Schwimmbad während dessen Sanierungsarbeiten ersetzen. Das neue Bad ist nach Informationen der Stuttgarter Stadtverwaltung das erste deutschlandweit, das in Holzmodulbauweise entsteht. Es sei transportabel, rückbaubar und auf Jahrzehnte flexibel einsetzbar.
Schwimmbad mit 25-Meter-Becken
Das neue Schwimmbadgebäude hat ein 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen. Es besteht aus 46 Modulen für die Umkleiden, die Aufsicht oder die Sanitäreinrichtungen. Diese haben eine Größe von 3,50 Metern auf 9,90 Metern. Auch die Fassadenelemente, Decken und Installationen sind größtenteils vorgefertigt. Andere Bereiche wie die tragende Hallenkonstruktion werden nicht in Modulen, sondern als Elementbau errichtet. Diese werden montagefertig geliefert und vor Ort verbunden.
Das Bad lässt sich mehrfach auf- und abbauen. Außerdem kann es über Jahrzehnte an einem Ort zum Einsatz kommen. Hat es seinen Dienst in Stuttgart-Zuffenhausen getan, soll es in den Stadtteilen Möhringen und anschließend in Untertürkheim aufgebaut werden. Dort soll es dann stehen bleiben - 30 bis 40 Jahre lang, heißt es bei den Städtischen Bädern Stuttgart.
Badebetrieb in Stuttgart-Zuffenhausen ab Frühjahr 2026
Der Aufbau dauert laut Architekten zwei bis drei Monate. Im Frühjahr 2026 soll dort gebadet werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 19 Millionen Euro, sagt Detlef Szlamma. Für den stellvertretenden Geschäftsführer der Stuttgarter Bäder ist vor allem wichtig, dass in Zuffenhausen trotz Sanierung weiter geschwommen werden kann.
Dabei denkt er vor allem an die Schulen und Vereine. "Wenn das Bad geschlossen ist, fällt der Unterricht komplett aus. Die Vereine stehen auf der Straße, die Mitglieder laufen ihnen davon." Architekt Ernst Ulrich Tillmanns ergänzt: "Ein Schwimmbad, dass man auseinander nehmen und woanders hinstellen kann, ist etwas ganz Neues. Wir haben gemerkt, dass da eine große Nachfrage besteht."
Bad aus Holzmodulen ist Teil der IBA'27
Besonders ist nicht nur die Möglichkeit, das Schwimmbad auf- und abzubauen. Der Einsatz von Holz - von der tragenden Konstruktion über Fassaden bis hin zur Unterkonstruktion des Edelstahlbeckens - reduziert laut dem Hersteller klimaschädliche Emissionen. Dazu komme ein hoher Recyclinggrad: Alle Module und fast alle Bauteile seien so gestaltet, dass sie nach ihrem Einsatz weiterverwendet werden können.
Das Bad ist Teil der Internationalen Bauaustellung StadtRegion Stuttgart IBA'27. Es erfülle in besonderem Maße den IBA'27-Leitgedanken "Ungewohntes und Neues möglich und sichtbar zu machen", heißt es bei der 4a Architekten GmbH aus Stuttgart.