Vorwürfe gegen Chef

Schwarzarbeit und Ausbeutung in Sushi-Restaurant-Kette in Stuttgart?

Eingeschleuste Ausländer, schlechte Bezahlung: Diese Vorwürfe treffen eine Stuttgarter Sushi-Restaurant-Kette. Der Chef steht nun vor Gericht - mit einem prominenten Verteidiger.

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Von Autor/in Katharina Kurtz

Einem Stuttgarter Gastronom wird seit Mittwoch vor dem Stuttgarter Landgericht der Prozess gemacht. Als Geschäftsführer beziehungsweise Personalverantwortlicher einer Stuttgarter Sushi-Restaurant-Kette soll er seit Anfang 2020 Ausländer nach Deutschland eingeschleust, sie teilweise schwarz und unter dem Mindestlohn beschäftigt haben, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

QQ-Sushi-Restaurants in Stuttgart und Crailsheim sollen betroffen sein

Die Anklageschrift ist lang: Rund eine Stunde zählt die zuständige Staatsanwältin vor dem Stuttgarter Landgericht über 50 Fälle auf, in denen der Angeklagte gegen das Gesetz verstoßen haben soll. Demnach soll er Ausländer, hauptsächlich Georgier, ohne gültige Aufenthaltserlaubnis in den Restaurants in Stuttgart und Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall) als Köche, Küchenaushilfen oder Putzkräfte beschäftigt haben.

Durch nicht gezahlte Löhne und nicht abgeführte Sozialversicherungsabgaben soll ein Schaden von rund einer halben Million Euro entstanden sein. Laut den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft soll der 49-jährige Angeklagte über andere Personen falsche Pässe für die eingeschleusten Mitarbeitenden besorgt haben. Die illegal Beschäftigten soll er teilweise auch an andere Gastronomiebetriebe weitervermittelt haben.

Angeklagter mit prominentem Verteidiger

Der 49-jährige Angeklagte beteuert am Mittwoch vor Gericht, dass er "immer gut zu seinen Mitarbeitenden" gewesen sei. Während er das sagt, sitzt er am Tisch zwischen zweien seiner Verteidiger. Der dritte Verteidiger, der Linken-Politiker Gregor Gysi, ist an diesem ersten Prozesstag nicht dabei. Der prominente Rechtsanwalt werde im weiteren Prozessverlauf dazustoßen, informieren seine beiden Kollegen am Mittwoch das Gericht.

Der Angeklagte erzählt, dass er vier bis viereinhalb Millionen Euro Schulden habe: Es seien hauptsächlich Immobilien, die noch nicht abgezahlt seien, sagt er. Die Staatsanwältin wirft ihm vor, er habe sich mit seinen Taten eine nicht unerhebliche Einnahmequelle zur Finanzierung seines Lebensunterhalts beschafft.

Was passiert jetzt mit den Sushi-Restaurants?

Der Angeklagte sitzt seit Mitte Mai 2025 in Untersuchungshaft. Vor Gericht sagt er, seine Frau kümmere sich nun um die Geschäfte. Umsatzeinbrüche habe es dennoch gegeben.

Im März wird weiterverhandelt. Offen ist noch, ob es möglicherweise zu einer Verständigung zwischen der Verteidigung, der Staatsanwaltschaft und dem Gericht kommt. Ein erstes Gespräch hat es bereits gegeben. Sollte der Angeklagte ein Geständnis ablegen, könnte es einen Deal über die Höhe der Strafe geben. Im Raum stehen derzeit um die vier Jahre Haft.

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