Im Oktober 2024 hatte ein Mann in Schönaich (Kreis Böblingen) eine Matratze angezündet, um seine Lebensgefährtin umzubringen. Das wertete das Landgericht Stuttgart als versuchten Mord. Der Mann wurde zu drei Jahren Haft verurteilt. Außerdem soll er eine Entziehungskur machen.
Vor Gericht verurteilt: Mann wollte Partnerin töten
In nüchternem Zustand sei der Angeklagte nett und besonnen, sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung. Wenn er Alkohol getrunken habe, würden bei dem Mann aber alle Sicherungen durchbrennen, so das Gericht weiter. Zum Zeitpunkt der Tat hatte der Verurteilte deutlich über zwei Promille Alkohol im Blut. An diesem Tag hatte er außerdem Streit mit seiner damaligen Lebensgefährtin. Sie arbeitete in einem Senioren- und Pflegeheim in Schönaich. In einer Mitarbeiterwohnung zündete der Mann dann die Matratze an, auf der die Frau schlief.
Feuer hätte Menschen in Seniorenheim in Schönaich gefährden können
Der Mann habe mit Tötungsvorsatz gehandelt, erklärte eine Sprecherin des Landgerichts dem SWR. Die Lebensgefährtin sei aber rechtzeitig aufgestanden, konnte fliehen und sei nicht verletzt worden. Der verurteilte Mann, der 1987 geboren wurde, löschte das Feuer daraufhin selbst. In der Anklage war allerdings vermerkt, dass er zuvor billigend in Kauf genommen hatte, dass sich das Feuer auch ausbreitet und damit weiterer Personen innerhalb des Senioren- und Pflegeheims gefährdet gewesen wären.
Mann war bei Tat sehr betrunken und will Therapie machen
Eine Entziehungskur soll dem Mann neben der Gefängnisstrafe helfen, sein Leben in den Griff zu bekommen. "Er wollte die Therapie selbst. Er hat sich ja therapiewillig auch geäußert. Und so wie wir es in der Urteilsbegründung gehört haben: Ich denke, es ist existentiell", erklärt sein Verteidiger Sammy Urcun. Die attackierte Lebensgefährtin will die Beziehung darüber hinaus offenbar aufrecht erhalten, wie der SWR bei Gericht erfahren hat.