Artist muss noch mehrmals operiert werden

Nach Absturz im Zirkus in Stuttgart: Diese Sicherheitsregeln gelten in der Manege

Im Weltweihnachtscircus in Stuttgart sind zwei Akrobaten abgestürzt. Beide kamen mit Verletzungen ins Krankenhaus. Es gab keine Sicherung. War das zulässig?

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Von Autor/in Maxim Flößer

Nach dem Absturz von zwei Artisten am Montag hat der Weltweihnachtscircus Stuttgart auf SWR Nachfrage weitere Details mitgeteilt. Die 19-jährige Daria Verbitskaya und der 49-jährige Dmitriy Grygorov hingen zum Zeitpunkt des Unfalls demnach in circa fünf Metern Höhe an einem Textilseil - ohne Sicherung. Die Polizei hatte zuvor von rund zehn Metern gesprochen. Der Berufsgenossenschaft zufolge ist eine Sicherung erst ab mehr als zehn Metern Höhe verpflichtend, vorher liege sie in der Eigenverantwortung der Artisten.

Zirkus: Noch nie Unfall bei "Flight of Passion"

Vom Zirkus heißt es weiter: Bei Nummern wie "Aerial Straps" sei es nicht üblich, Sicherheitsmatten oder Netze einzusetzen. Dies sei auch nicht praktikabel wegen der Bewegungen der Artisten zwischen Manege und Zeltkuppel. Das verwendete Requisit, mit dem seit vielen Jahren die Nummer ausgeführt werde, stammt laut Zirkus von den Artisten selbst und werde auch von ihnen regelmäßig selbst kontrolliert.

Ähnlich äußert sich auch Rolf Jungeblod von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe. Man müsse natürlich auch immer schauen, ob eine Sicherung überhaupt zu einer artistischen Darbietung passe. "Artistik lebt ja auch teilweise von der Sensation, von der Gefahr. Und es gibt auch einfach artistische Darbietungen, da funktionieren gewisse Sicherungen überhaupt gar nicht."

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Grund für den Absturz des Artisten-Paares beim Stuttgarter Weltweihnachtscircus war ein gerissenes Seil. Der Mann hat sich wohl beide Beine mehrfach und kompliziert gebrochen.

Die Nummer "Flight of Passion" wird laut Weltweihnachtscircus seit rund 20 Jahren aufgeführt. Sie gewann die renommierte Auszeichnung "Goldener Clown" und war auch im Cirque du Soleil zu sehen. Bislang sei es bei dieser Akrobatik-Nummer noch nie zu einem Unfall gekommen.

Nach Absturz: Auf Artist warten weitere Operationen

Bei der Vorführung war es zu einem Defekt am Seil gekommen, sodass es riss und die Luftakrobaten in die Tiefe fielen. Der Artist Dmitriy Grygorov wurde mit schweren Verletzungen am Unterschenkel operiert. Dem behandelnden Arzt Prof. Dr. Ulrich Liener, Ärztlicher Direktor der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie am Marienhospital, zufolge müssen noch weitere Operationen folgen.

Die Artistin Daria Verbitskaya kann laut Zirkus voraussichtlich Ende der Woche das Krankenhaus wieder verlassen. Die Polizei ermittelt weiter zu den Unfallumständen.

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Maxim Flößer
Maxim Flößer ist Redakteur im SWR Studio Stuttgart
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Portraitfoto von Philipp Pfäfflin

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