Forschung für sichere Weidehaltung

Mit GPS gegen den Wolf: Neues Herdenschutz-Projekt im Schwarzwald

Ein gemeinsames Experiment von Forschenden und Landwirten soll zeigen, wie Rinder zukünftig besser vor Wolfsangriffen geschützt werden können.

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Von Autor/in Lukas Herzog, Jessica Hans

Einen Sensor um den Hals und ab auf die Weide heißt es für etwa 90 Rinder bei Oberried (Breisgau-Hochschwarzwald). Mithilfe von GPS-Daten wollen Forschende der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg herausfinden, ob eine enge Herdenbindung Rinder besser vor Wolfsangriffen schützt. Ein Teil von ihnen kommt zunächst drei Tage auf eine kleine Weide und wird anschließend – wie die anderen – auf eine größere geführt. Mittels der GPS-Sender können Landwirte und Forschende der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt die Bewegungen jedes einzelnen Tieres der Herde verfolgen. Ihr Ziel ist es, nachzuweisen: Wenn Rinder zu Beginn der Weide enger zusammenstehen, bleiben sie auch nach der Freilassung dichter beieinander. Die Folge: Weniger Tiere stehen abseits der Herde. Ein Verhalten, das es dem Wolf erschweren würde, eines der Tiere zu reißen, erklärt Ronja Schütz von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg.

Die Rinder sollen drei Tage auf einer relativ engen Weidefläche zusammenstehen, um dort eine Rangordnung bilden zu können und Bekanntschaft untereinander machen.

Wolfsprävention vor allem im Schwarzwald notwendig

Seit der Rückkehr des Wolfs nach Baden-Württemberg im Jahr 2017 müssen Tierhalter wachsam sein. Vier Wölfe leben momentan nachgewiesen in Baden-Württemberg. In den vergangenen drei Jahren haben sie im Land durchschnittlich zwischen 40 und 50 Tiere gerissen - die meisten davon im Schwarzwald.


Oft handelt es sich um Schafe und Ziegen - doch auch Kälber sind nicht sicher. Dem Schluchseewolf, einer der drei im Schwarzwald sesshaften Wölfe, werden die zehn Übergriffe zugeschrieben, die es in den vergangenen Jahren auf Rinder gab.

Zwei Herdenschutzprojekte sollen Abhilfe schaffen

Auch im Münstertal (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) wurde nach mehrfachen Wolfsattacken viel über Präventionsmaßnahmen diskutiert. Nun testet hier zeitgleich ein weiterer Betrieb die sogenannte kompakte Herdenführung mit GPS-Sendern.

Auf dem Handy können Forschende das GPS-Signal eine Kuh verfolgen und genau sehen, wo sie sich aufgehalten hat.
Anhand des GPS-Signals können die Forschenden sehen; wo sich die Rinder auf der Weide aufhalten.

Kann nachgewiesen werden, dass die Tiere in den drei Tagen auf der Vorweide enger beieinander bleiben, könnte diese Methode als Schutz vor dem Wolf dienen. Sie wäre dann eine Alternative zu anderen Schutzmaßnahmen wie wolfsabweisenden Zäunen.

Die GPS-Daten sollen nach einer achtwöchigen Testphase ausgewertet werden. Ende des Jahres ist mit einem Ergebnis zu rechnen.

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