Freiburg will Tempo machen bei der Energiewende: Auf dem 737 Meter hohen Roßkopf gehen in diesen Tagen zwei neue Windräder ans Netz und speisen grünen Strom ein. Und: Drei weitere Anlagen sind bereits genehmigt. Sie sollen ab 2028 zusätzlich rund 10.000 Dreipersonen-Haushalte mit Ökostrom versorgen.
Die beiden neuen sogenannten Repowering-Windenergieanlagen auf dem Roßkopf wurden in den letzten Monaten ausgiebig getestet. Das erste dreht sich inzwischen, das zweite soll in Kürze folgen. Sie ersetzen damit vier ältere Anlagen aus dem Jahr 2003 und produzieren nun mehr als doppelt so viel Strom wie zuvor.
Die drei neuen Windräder sind noch einmal effizienter
Doch der Ausbau geht weiter: Die Stadt hat jetzt drei zusätzliche Windräder genehmigt. Sie sollen künftig unterhalb des Gipfels, am Südhang des Roßkopfes stehen. Mit 87,5 Meter langen Rotorblättern erreichen sie eine Gesamthöhe von fast 250 Metern. An den drei Standorten im Wald haben schon erste Vorbereitungen begonnen.
Mit jeweils 7.000 Kilowatt Leistung sind sie nocheinmal deutlich effizienter als die beiden neueingeweihten Repowering-Anlagen. Gemeinsam mit dem künftigen Windpark "Roßkopf Süd" kommen die dann fünf Anlagen insgesamt auf etwa 50 Millionen Kilowattstunden jährlich - das reicht für rund 16.000 Haushalte.
Freiburgs OB Horn sorgt sich um den weiteren Ausbau
Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) sieht darin ein wichtiges Signal für den Klimaschutz. Freiburg möchte bekanntlich schon 2035 klimaneutral werden und seinen Stromanteil aus Windkraft von 2020 bis 2030 verzehnfachen. "Wir sind jetzt schon bei einer Verfünffachung", sagt Horn am Dienstag bei einem Pressetermin. Als Zielmarke hat die Stadt einen Windenergie-Anteil von zehn Prozent bis 2030 angepeilt.
Allerdings sei der weiter nötige Ausbau in Freiburg nun durch aktuelle Preisentwicklungen akut bedroht. Hintergrund ist, dass sich unter den jetzigen Bedingungen Windkraftanlagen derzeit fast nur noch in der Nordhälfte Deutschlands finanziell lohnen. "Die aktuellen Pläne der Bundesregierung sind nahezu das Aus für die Windkraft im gesamten Südwesten", fürchtet Horn.
Bürger können sich wieder an den neuen Anlagen beteiligen
Wie schon bei den beiden bisherigen Anlagen auf dem Roßkopf können sich Bürgerinnen und Bürger auch an dem neuen Windpark beteiligen. "Man kann Darlehen ab 1.000 Euro geben bei fünf bis zehn Jahren Laufzeit", erläutert Thomas Schuwald, der Geschäftsführer der Ökostromgruppe. Das Interesse sei schon jetzt groß, man werde aber "im Sommer oder Herbst frühzeitig informieren, sodass alle die Chance bekommen, mitzumachen".
Auch Raphael Walz (parteilos), Bürgermeister von Freiburgs Nachbargemeinde Gundelfingen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald), begrüßt das gemeinsame Projekt am Roßkopf. Das jetzt in Betrieb gehende Repowering-Windrad auf seiner Gemarkung stärke die Energiebilanz der Gemeinde und helfe beim weiteren Ausbau erneuerbarer Energien.