Strom für 10.000 Haushalte

Drei neue Windräder für den Freiburger Roßkopf

Der Windenergie-Ausbau in BW mag stocken - in Freiburg geht er voran. Jetzt wurden drei neue Windräder am Roßkopf genehmigt. Vorarbeiten haben bereits begonnen.

Teilen

Stand

Von Autor/in Jan Lehmann, David Zastrow

Freiburg will Tempo machen bei der Energiewende: Auf dem 737 Meter hohen Roßkopf gehen in diesen Tagen zwei neue Windräder ans Netz und speisen grünen Strom ein. Und: Drei weitere Anlagen sind bereits genehmigt. Sie sollen ab 2028 zusätzlich rund 10.000 Dreipersonen-Haushalte mit Ökostrom versorgen.

Die beiden neuen sogenannten Repowering-Windenergieanlagen auf dem Roßkopf wurden in den letzten Monaten ausgiebig getestet. Das erste dreht sich inzwischen, das zweite soll in Kürze folgen. Sie ersetzen damit vier ältere Anlagen aus dem Jahr 2003 und produzieren nun mehr als doppelt so viel Strom wie zuvor.

Vier Männer stehen vor einem Windrad.
Freuen sich über neue Windenergie: (v. l.) Michael Klein, Badenova Erneuerbare, Martin Horn, Oberbürgermeister Freiburg, Raphael Walz, Bürgermeister Gundelfingen und Thomas Schuwald von der Ökostromgruppe.

Die drei neuen Windräder sind noch einmal effizienter

Doch der Ausbau geht weiter: Die Stadt hat jetzt drei zusätzliche Windräder genehmigt. Sie sollen künftig unterhalb des Gipfels, am Südhang des Roßkopfes stehen. Mit 87,5 Meter langen Rotorblättern erreichen sie eine Gesamthöhe von fast 250 Metern. An den drei Standorten im Wald haben schon erste Vorbereitungen begonnen.

Mit jeweils 7.000 Kilowatt Leistung sind sie nocheinmal deutlich effizienter als die beiden neueingeweihten Repowering-Anlagen. Gemeinsam mit dem künftigen Windpark "Roßkopf Süd" kommen die dann fünf Anlagen insgesamt auf etwa 50 Millionen Kilowattstunden jährlich - das reicht für rund 16.000 Haushalte.

Am Südhang des Roßkopfes, in Richtung Dreisamtal, sollen drei weitere Windräder entstehen.
Hier am Südhang des Roßkopfes, oberhalb des Dreisamtals, sollen drei weitere Windräder entstehen.

Freiburgs OB Horn sorgt sich um den weiteren Ausbau

Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) sieht darin ein wichtiges Signal für den Klimaschutz. Freiburg möchte bekanntlich schon 2035 klimaneutral werden und seinen Stromanteil aus Windkraft von 2020 bis 2030 verzehnfachen. "Wir sind jetzt schon bei einer Verfünffachung", sagt Horn am Dienstag bei einem Pressetermin. Als Zielmarke hat die Stadt einen Windenergie-Anteil von zehn Prozent bis 2030 angepeilt.

Allerdings sei der weiter nötige Ausbau in Freiburg nun durch aktuelle Preisentwicklungen akut bedroht. Hintergrund ist, dass sich unter den jetzigen Bedingungen Windkraftanlagen derzeit fast nur noch in der Nordhälfte Deutschlands finanziell lohnen. "Die aktuellen Pläne der Bundesregierung sind nahezu das Aus für die Windkraft im gesamten Südwesten", fürchtet Horn.

Geländekarte des Roßkopfareals mit den Standorten jetziger und künftiger Windräder
Übersicht der drei geplanten neuen Standorte des Windparks Roßkopf Süd, unterhalb des Gipfels, wo die zwei Repowering-Anlagen bereits in Betrieb gegangen sind.

Bürger können sich wieder an den neuen Anlagen beteiligen

Wie schon bei den beiden bisherigen Anlagen auf dem Roßkopf können sich Bürgerinnen und Bürger auch an dem neuen Windpark beteiligen. "Man kann Darlehen ab 1.000 Euro geben bei fünf bis zehn Jahren Laufzeit", erläutert Thomas Schuwald, der Geschäftsführer der Ökostromgruppe. Das Interesse sei schon jetzt groß, man werde aber "im Sommer oder Herbst frühzeitig informieren, sodass alle die Chance bekommen, mitzumachen".

Auch Raphael Walz (parteilos), Bürgermeister von Freiburgs Nachbargemeinde Gundelfingen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald), begrüßt das gemeinsame Projekt am Roßkopf. Das jetzt in Betrieb gehende Repowering-Windrad auf seiner Gemarkung stärke die Energiebilanz der Gemeinde und helfe beim weiteren Ausbau erneuerbarer Energien.

Feldberg

Schwertransporte im Hochschwarzwald Erste Rotorblätter für Windräder im Schwarzwald angekommen - so geht es jetzt weiter

Am frühen Montagmorgen sind drei riesige Rotorblätter für neue Windräder am Schauinsland angeliefert worden. Weitere Schwertransporte folgen.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Freiburg im Breisgau

Strom für über 3.000 Haushalte in Freiburg Neues Riesenwindrad auf dem Schauinsland eingeweiht

Sie ist größer und produziert mehr Strom als die beiden alten Windräder zusammen: Die neue Repowering-Anlage auf der Holzschlägermatte bei Freiburg. Warum manche Anwohner sich nun Sorgen machen.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Freiburg

Weitere Windräder geplant Klimaneutral bis 2035 - kann Freiburg das schaffen?

Deutschland soll bis 2045 klimaneutral sein, Baden-Württemberg bis 2040. Freiburg will das schon bis 2035 schaffen. Der Weg dahin ist noch weit - zu weit?

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Jan Lehmann
SWR Redakteur Jan Lehmann
David Zastrow
David Zastrow

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!