Für Zivilcourage ausgezeichnet

Helden des Alltags in Freiburg: Warum diese Menschen für ihren Mut ausgezeichnet wurden

Der Verein Sicheres Freiburg hat sechs Menschen geehrt. Darunter ist auch Lennart Schweigler. Er hat Spenden gesammelt, damit am Hauptbahnhof wieder ein Defibrillator hängt.

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Von Autor/in Judith Hartmann

"Ich konnte das nicht akzeptieren, dass am Hauptbahnhof kein Defibrillator mehr ist", erzählt Lennart Schweigler. Gemeinsam mit fünf weiteren Personen ist er am Montagabend im Freiburger Rathaus vom Verein Sicheres Freiburg ausgezeichnet worden.

Der 33-Jährige ist Notfallsanitäter in Ausbildung und engagiert sich ehrenamtlich bei der "Region der Lebensretter". Im Dezember 2024 ist er zu einem ehrenamtlichen Einsatz am Hauptbahnhof alarmiert worden. Dort stellte Lennart Schweigler fest, dass der Defibrillator der Bahnhofsmission entwendet wurde. Ein Gerät, das bei einem medizinischen Notfall Leben retten kann. Erste Hilfe konnte der 33-Jährige vor Ort trotzdem leisten.

Der Vorfall machte Schweigler dennoch wütend, und er beschloss, das Thema selbst in die Hand zu nehmen. Er öffnete einen GoFundMe-Link und begann, Spenden für ein neues Gerät zu sammeln. Besonders wichtig war ihm, dass das neue Gerät geortet werden kann und im Falle eines Diebstahls wiedergefunden wird.

Nun, ein Jahr später, hängt der neue Defibrillator im Hauptbahnhof. "Jeden Tag, wenn ich mit dem Zug zur Arbeit fahre, komme ich am Hauptbahnhof vorbei und weiß: Der Defibrillator ist da und kann im Notfall helfen", sagt der 33-Jährige.

Ein Gruppenfoto von sechs Personen, die für ihre Zivilcourage in Freiburg ausgezeichnet wurden.
Greta Köpf, Sophia Speer, Lennart Schweigler, Uwe Sonntag und Jochen Bienert wurden für ihre mutige Zivilcourage ausgezeichnet.

39-jähriger stoppt gewalttätigen Mann

Auch Uwe Sonntag ist für seine Zivilcourage ausgezeichnet worden. Er hat sich im September 2024 selbst in Gefahr gebracht, um eine Frau, die von häuslicher Gewalt betroffen war, aus einer hilflosen Lage zu befreien. Auf dem Weg zur Arbeit beobachtete der 39-Jährige, wie eine Frau auf offener Straße von ihrem Partner geschlagen wurde. Ohne zu zögern eilte Uwe Sonntag der Frau zur Hilfe.

Bei der Auseinandersetzung wurde auch der 39-Jährige selbst attackiert. "Gut war: Ich hatte noch meinen Motorradhelm auf, also habe ich da erstmal nicht viel abgekriegt", sagt Sonntag. Gemeinsam mit anderen Helferinnen und Helfern sei es ihm gelungen, den aggressiven Mann bis zum Eintreffen der Polizei auf dem Boden zu fixieren.

Polizeipräsidium Freiburg lobt den mutigen Einsatz

Uwe Oldenburg, Polizeivizepräsident des Polizeipräsidiums Freiburg, betont, wie wichtig Zivilcourage ist. "Ihr Einsatz ist nicht selbstverständlich", sagte Oldenburg bei der Ehrung. Viele Menschen würden sich nicht trauen zu helfen. Dabei gebe es viele Möglichkeiten, Zivilcourage zu leisten, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Dazu gehöre, den Notruf zu wählen oder eine Zeugenaussage zu machen, so Oldenburg.

Der Verein "Sicheres Freiburg" hat am Montagabend vor allem jene geehrt, die trotz persönlicher Risiken Zivilcourage gezeigt haben und eingeschritten sind. Dazu zählen auch Greta Köpf und Sophia Speer, die mit ihrem Handeln einen Suizid verhindern konnten. Ebenso wurde Jochen Bienert ausgezeichnet, der durch sein Eingreifen ebenfalls ein Leben rettete.

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