Auf einem Bein, schlafend, stand er am Ufer des Titisees (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) im Schwarzwald: Ein Flamingo hat in Titisee-Neustadt am Freitagabend einen Polizeieinsatz ausgelöst. Die Herkunft des Tieres bleibt bislang ein Rätsel - Fachleute standen vor einem Zuständigkeitsproblem.
Niemand für Flamingos im Schwarzwald zuständig
Ein solches Tier würden sie in der Region nicht alle Tage sehen, so die Polizei. Deshalb habe sie versucht, Fachleute einzubinden. Experten sollten die Beamten dabei unterstützen, herauszufinden, ob das Tier Hilfe brauche. Doch keiner sei zuständig gewesen, berichtet die Polizei: weder Tierschutzverein noch Jagdpächter.
Tierschützer hätten dann aber immerhin den Hinweis gegeben, dass es sich um ein Jungtier handeln muss - weil das Gefieder noch grau war. Der Vogel habe sich allerdings "standhaft" geweigert, "weitere Daten zu seiner Identität herauszurücken", hieß es in der Polizeimitteilung. Der mutmaßlich vorhandene Ring um das Bein befand sich unter Wasser.
Flamingo in Not-Aufnahmestation
Nach Beratung mit Fachleuten entschieden sich die Beamten, den Flamingo einzufangen und in eine Not-Aufnahmestation für Tiere zu bringen. Woher das Tier stammt, ist aktuell noch unklar. Auch eine Nachfrage bei einem nahegelegenen Tierpark ergab, laut Polizei, keine Hinweise auf die Herkunft.
Wildlebende Flamingos in Deutschland?
Flamingos leben in Afrika, Asien, Amerika und auch in Südeuropa. Eine kleine wildlebende Kolonie gibt es aber auch im Münsterland in Nordrhein-Westfalen. Schon seit einigen Jahrzehnten brüten dort einige Flamingos im Naturschutzgebiet Zwillbrocker Venn an der niederländischen Grenze.