Vor achtzehn Jahren begann eine Flaschenpost von der Küste der Normandie ihre Reise hinaus aufs Meer. Bis Malte Bayer aus Lahr (Ortenaukreis) die unleserliche Botschaft in der Flasche vor sieben Jahren bei einem Strandspaziergang auf Sylt fand. Doch wer hat die Flaschenpost in See stechen lassen? Das Rätsel blieb jahrelang ungelöst. Bis Recherchen des NDR und des ARD Studios in London den Absender ausfindig gemacht haben.
KI legte falsche Fährte
Schon 2018 hatte Malte Bayer die Flaschenpost am Strand an der Hörnumer-Odde entdeckt. Der Korken saß so straff, dass kein Wasser eingedrungen war. Doch wer die Nachricht in der Flasche abgeschickt hatte, konnte er nicht entziffern. Das Rätsel um den verwitterten Brief blieb erst einmal ungelöst und die Flasche wurde zur Deko-Erinnerung an den Sylt-Urlaub.
Schwarzwälder entdecken Brief auf Sylt Familie findet Flaschenpost und lässt sie von KI entziffern
Eine Familie aus dem Schwarzwald findet 2018 eine Flaschenpost auf Sylt. Sieben Jahre lang bleibt der Inhalt des Briefes geheim. Jetzt konnte die Post Mithilfe von KI entziffert werden.
Erst mit Hilfe einer Künstlichen Intelligenz (KI) fand der 56-Jährige aus dem Ortenaukreis mehr über den Inhalt der Nachricht heraus.
"Linda" soll die Flaschenpost im Jahr 2007 abgeschickt haben, so die KI. Die Stadt Reading in England soll Lindas Heimat gewesen sein. Doch beim Namen hat sich die KI getäuscht.
Durch Recherchen des NDR wird der Absender gefunden
Auch der NDR hatte über die Flaschenpost aus dem Jahr 2007 berichtet und Kontakt zum ARD Studio in London aufgenommen. Kolleginnen und Kollegen in London wälzten digitale Telefonbücher und durchforsteten Adress-Verzeichnisse. Der NDR-Bericht wurde währenddessen in den Sozialen Medien in verschiedenen Reading-Gruppen geteilt. Bis der Aufruf den tatsächlichen Absender erreichte: Adam Tyndall.
Adam war zehn Jahre alt, als er die Flaschenpost ins Meer warf
Die Flaschenpost war ein Geschenk an den damals Zehnjährigen, der heute in London lebt. 2007 hatte er die Flasche während eines Frankreichurlaubs in Agon-Coutainville in den Atlantik geworfen, berichtet er im Gespräch mit dem SWR. Ganze 18 Jahre sollte es dauern, bis er als Absender identifiziert wird.
Das ist meine schreckliche Handschrift und mein Spitzname.
Adams Mutter hatte ihn auf den Aufruf in den Sozialen Medien aufmerksam gemacht. Eine vage Erinnerung habe er an die Flaschenpost gehabt, berichtete er. Dann kontaktierte ihn Ellen Hobson, eine Mitarbeiterin im ARD Studio in London.
Absender und Finder lernen sich virtuell kennen
Ellen Hobson war es auch, die ein Kennenlernen zwischen Adam Tyndall und Malte Bayer arrangierte. "Da bin ich jetzt natürlich gespannt, wer das ist und wie der so ist und was der macht", sagte Bayer vor dem Aufeinandertreffen.
Im Gespräch merken beide, dass sie mit Sylt und Agon-Coutainville besondere Urlaubserinnerungen verbinden. Und sie wollen in Kontakt bleiben – notfalls wieder per Flaschenpost.