Mit mehr als 150 Millionen verkauften Exemplaren ist das Buch „Guinness World Records“ immer noch eines der meistverkauften Bücher mit jährlich neuer Auflage weltweit. Weltrekorde aufzustellen ist ein Kult, der sich trotz modernster Technologien wacker hält. Drei Rekorde mit einem Bezug zur Geschichte:
Rekord am Limes: 750 Kilometer in germanischer Rüstung
Der Content-Creator Finnian Garvey ist so jemand, der schon als Kind davon träumte, einen Weltrekord aufzustellen. Nun ist es soweit, aus der Idee ist Wirklichkeit geworden: Der 27-jährige Hesse ist in germanischer Kriegsausrüstung aufgebrochen, um die gesamte Strecke von 750 Kilometern von Rheinland-Pfalz bis Bayern am Limes entlang zu marschieren.
Dafür möchte er nicht länger als 38 Tage unterwegs sein. Laut Guinness-Team hat er sogar bis zu 60 Tage Zeit, muss allerdings mit harten Barfuß-Schuhen aus germanischer Zeit, einem Mantel, Schlafsack, Kapuze und Regenschutz auskommen. Nachts schläft er draußen, Essen muss er selbst beschaffen – ein Supermarktbesuch ist aber erlaubt.
Ich will dem Ganzen einen Sinn geben, das kulturelle Erbe also wieder nahbar und sichtbar machen, weil viele den Limes nicht kennen.
Fund in Australien: Die älteste Flaschenpost der Welt
Ein ganz anderer, aber umso geschichtsträchtiger Rekord stellt eine alte Flasche auf; aber nicht irgendeine, sondern eine, die 132 Jahre lang im Sand vergraben lag. Eine Familie fand sie beim Müllsammeln an einem abgelegenen Strand in Western Australia.
Als sie sie genauer unter die Lupe nahmen, entdeckten sie neben Sand auch noch ein zusammengerolltes Papier, das aussah wie eine Zigarette. Als sie das Schriftstück entrollten, trauten sie ihren Augen kaum, denn es blitze ein handschriftlicher Text mit dem Datum „12. Juni 1886“ hervor.
Der Zettel forderte dazu auf, das Deutsche Konsulat zu benachrichtigen. So fanden Forscher heraus: Die Flasche war Teil eines Forschungsprojekts der Deutschen Seewarte und wurde von Bord des Schiffs Paula im Indischen Ozean geworfen – ein echter Glücksgriff.
Von mehr als 1.000 Flaschen, die während dieses 69-jährigen Experiments von Bord geworfen wurden, war dies die einzige Flasche, die erhalten blieb. Ansonsten wurden nur die in den Flaschen verborgenen, handgeschriebenen Schriftstücke gefunden. Forscher vermuten, dass die Flasche rund zwölf Monate auf hoher See trieb, bevor sie an Land gespült wurde und im Sand versank. Eine Mikroumwelt schützte das Innere.
Es ist unglaublich. Bei einer Suche in den Archiven Deutschlands wurde „Paulas Meteorologisches Tagebuch“ gefunden. Darin gibt es einen Eintrag vom 12. Juni 1886 des Kapitäns darüber, dass eine Stromflasche über Bord geworfen wurde. Das Datum und die Koordinaten entsprechen genau denen auf der Flaschenpost.
Luxus pur: Der teuerste Honig der Welt
Wer sich statt eines mit Blattgold versehenen Steaks einen ähnlichen Luxus gönnen möchte, könnte künftig mit dem Gedanken spielen, sich flüssiges Gold auf die Butterstulle zu schmieren. Und zwar in Form von Honig, genauer gesagt, dem Centauri Honig aus der Türkei, der als teuerster Honig der Welt gilt.
Dafür muss man aber wirklich ganz schön tief in die Tasche greifen. Er wird für rund 10.000 Dollar pro Kilo gehandelt und ist wegen seines Herkunftsorts so wertvoll. Bienen, die in bis zu 500 Meter tiefen Höhlen leben, produzieren das teure Lebensmittel. Da sich die Höhlen noch dazu in schwindelerregender Höhe von bis zu 1.900 Metern befinden, kann der Honig nur von erfahrenen Bergsteigern gewonnen werden.
Besonders spannend: Die Bienenzucht in dieser Region hat eine jahrhundertealte Tradition. Der Centauri-Honig ist also nicht nur teuer, sondern steht auch für ein überliefertes Handwerk, das bis heute überlebt hat – ein süßer Hauch Geschichte.
Auf die Ernährung der abgeschiedenen Bienenkolonien wird penibel geachtet. Und wer sich ein Gläschen dieses Luxus-Honigs gönnt, bekommt neben einem handgefertigten und dekorierten Behältnis auch noch ein Video des gesamten Extraktionsprozesses dazu geliefert, sowie ein medizinisches Zertifikat eines europäischen Forschungszentrums.