Der Massensturz bei dem Radrennen "RiderMan" am Sonntag bei Bad Dürrheim (Schwarzwald-Baar-Kreis) beschäftigt nun auch die Staatsanwaltschaft Konstanz: Man wolle herausfinden, wie es zu den Stürzen von Teilnehmern gekommen sei, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Erst nach diesen Ermittlungen werde geprüft, ob ein Vorwurf der Körperverletzung erhoben werden könne oder nicht.
Bei dem Radrennen nahe Bad Dürrheim war es zu einer Massenkarambolage unter den Fahrern gekommen. Rund 100 Sportler wurden dabei verletzt, einige von ihnen schwerer.
Erste Radsportler konnten Krankenhaus bereits wieder verlassen
Nach einer aktualisierten Bilanz der Polizei wurden bei dem Rennen 38 Teilnehmer schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Wie ein Sprecher auf Anfrage berichtete, gab es zudem 60 bis 70 Menschen, die leicht verletzt wurden. Nach SWR-Informationen konnten einige der gestürzten Sportler schon am Sonntag das Krankenhaus wieder verlassen.
Großeinsatz der Rettungskräfte Etwa 100 verletzte Sportler nach Massensturz bei RiderMan-Radrennen in Bad Dürrheim
Beim Straßenradrennen RiderMan in Bad Dürrheim ist es am Sonntagvormittag zu Massenstürzen gekommen. Rund 100 Fahrer wurden verletzt. Das Rennen wurde daraufhin abgebrochen.
Zwischen Bad Dürrheim und Biesingen war es nach früheren Polizeiangaben in einer engen Linkskurve zu einem ersten Massensturz gekommen, weil sich dort zu viele Fahrer zur gleichen Zeit auf der schmalen Fahrbahn drängten. Dies habe unkontrollierte Stürze ausgelöst.
Gerüchte gehen herum, dass ein Reifen von einem Teilnehmer geplatzt ist.
Zwei Massenstürze kurz nacheinander
Danach kam es laut Polizei unweit der Unfallstelle erneut zu einem Stau unter den Fahrern - und wieder zu Stürzen. Der dreitägige "RiderMan" zählt zu den bekanntesten Jedermann-Radrennen im Süden Deutschlands und lockt jedes Jahr Hunderte Teilnehmer an.
Rik Sauser, Organisator des "RiderMan", sagte dem SWR, die Karambolagen hätten sich "auf einem der unspektakulärsten Streckenabschnitte" ereignet. Auf der leicht abschüssigen Straße habe es "richtig gerollt" und so seien die Fahrer in einem großen Pulk mit hohem Tempo unterwegs gewesen. Was den ersten Massensturz auslöste, werde man möglicherweise nie erfahren, so Sauser. Gerüchteweise sei ein Reifen geplatzt, aber auch ein Fahrfehler könne die Ursache gewesen sein.
Sturz-Beteiligte galten als erfahrene Rennfahrer
Sauser erklärte, die beteiligten Fahrer seien nicht unerfahren gewesen. Nicht ohne Grund hätten sie zu den vorderen Startblöcken gezählt: "Man kann davon ausgehen, dass da vorne wirklich Leute drin sind, die auch fit sind und die das können." Massenstürze ließen sich im Radsport aber nicht vermeiden und kämen auch bei der Tour de France vor. "Es ist 'part of the game' - so hart es sich auch anhört", sagte Sauser. Jeder einzelne Verletzte sei zuviel, aber er sei froh, dass es keine schwereren Verletzungen gegeben habe.