Früher nannten sie ihn den "Eisenfuß". Den Spitznamen bekam Werner Ziebold als aktiver Spieler, weil er so hart gespielt hat. Seit 78 Jahren ist er Mitglied beim SV Weilertal, ein Verein zwischen Badenweiler und Müllheim (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) im Markgräflerland. Seit 60 Jahren ist der drahtige Mann aktiver Schiedsrichter. Dafür hat ihn der südbadische Fußballverband jetzt ausgezeichnet.
Fitter als seine Turnschuhe?
Das erste Spiel der neuen Amateur-Fußball-Saison 25/26 ist am letzten Wochenende im August - ein warmer Spätsommertag. Kreisliga B: ein Derby zwischen dem VfR Hausen 3 und der SG Breisach/Gündlingen 2. Werner Ziebold zieht sich die Stutzen hoch und schnürt die alten Schuhe. Sie sind schon zwanzig Jahre alt, aber er läuft einfach so gut darin. Soll er nochmal neue anschaffen? Da ist sich der Mann aus Badenweiler nicht sicher.
Um die Leistungsprüfung für Schiedsrichter kommt er auch mit 89 Jahren nicht herum. "An die gehe ich so ran: Wenn es klappt ist es recht. Man strengt sich an", sagt der sportliche Senior. Und fit ist er auf jeden Fall. Keine Minute zu früh pfeift Schiedsrichter Ziebold die Halbzeit oder die gesamte Partie ab. Selbst bei vier Minuten Nachspielzeit rennt er noch munter über den Platz.
Wenn man sich wirklich reinbeißt, dann geht's.
Erfolgsrezept: Massage und Spazierengehen
Am Ende sind die Spieler der beiden Kreisliga-Teams voller Respekt für den Unparteiischen. Absolut fair habe er gepfiffen, Hut ab! Um weiterhin fit und gesund zu bleiben, schwört Werner Ziebold auf tägliche Massagen und Spaziergänge. Nächstes Jahr im März wird er 90 Jahre alt. Er ist wohl der älteste Schiedsrichter in Baden-Württemberg. Und für wen, wenn nicht für ihn könnte der Satz sonst gelten: Fußball ist sein Leben.