Wie hast du den Motor verbaut? Welche Schneeketten nutzt du? Oder aus welchem Jahr ist der Pflug? Das waren alles Fragen, die sich die Winterdienstfans beim vierten Schneepflugtreffen in Furtwangen (Schwarzwald-Baar-Kreis) stellten. Zu sehen waren am Samstag mehr als 200 Schneepflüge jeglichen Alters und jeglicher Größe. Ein echter Hingucker für die Besucherinnen und Besucher war der große Schneepflugkorso durch den Ort. Auf dem Furtwanger Festplatz reihten sich dann alle Fahrzeuge ein.
Schneepflugtreffen in Furtwangen ohne Schnee aber mit viel Sonne
Die Winterfahrzeuge sind oft Marke Eigenbau. Jedes sieht anders aus. Das sei auch die Faszination, sagen Edgar und Karl Schwer. Die beiden Cousins organisierten das Treffen. Sie freuen sich besonders über den Austausch und die vielen Modelle. Fachsimpeln wurde großgeschrieben.
Aus dem ganzen Schwarzwald kamen die Schneepflugfahrer zusammen. Darunter auch Bauhofleiter Volker Rapp aus Eisenbach (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald). Seit vierzig Jahren arbeitet Rapp im Winterdienst. Sobald in Eisenbach etwas Schnee liegt, fährt er raus - egal zu welcher Uhrzeit. Zwar sei das in den vergangenen Jahren weniger geworden, doch auch bei Glätte muss er an die Arbeit.
Schneepflugfahren ist keine reine Männersache
Auch Mary Ganter präsentierte stolz ihren Schneepflug in Furtwangen. Ihre Maschine sei genauso klein wie sie selbst, sagt sie lachend. Ein cooles Fahrzeug, das sie noch nie im Stich gelassen habe. Nach jeder Schicht bedankt sie sich deshalb für die Leistung ihres Schneepflugs.
Man muss das Schneepflugfahren mögen, sonst bist du fehl' am Platz.
Mary Ganter aus Furtwangen hat über den Hausmeisterservice ihres Mannes zum Schneepflugfahren gefunden. Es helfe sicherlich, Traktor fahren zu können, sagt sie. Morgens früh aufstehen, egal ob Neujahr oder Fasnacht, gehöre eben dazu.
Schneepflugfahren als Ausgleich zum Job
Lange war Mary Ganter die einzige Frau in der Branche. Beim Schneepflugtreffen in Furtwangen hat sie dann aber zufällig Marianne Ohnmacht kennengelernt. Marianne Ohnmacht ist eigentlich Kindergärtnerin und fährt seit zwei Jahren Schneepflug. Über das Nebengewerbe ihres Mannes ist sie auf den Geschmack gekommen. Den Schnee von der Straße räumen, ist für sie seither Ausgleich zum Job.
Eine gewisse Leidenschaft brauche es schon, sagt auch Volker Rapp aus Eisenbach. Eine Leidenschaft, die in Furtwangen alle eint. Und die bereits lange gelebt wird. Bei einer symbolischen Preisverleihung am Ende des Schneepflugtreffens ehrte die eingeschworene Gemeinschaft zum Abschluss die ältesten Pflüge und deren ältesten Fahrer.