Polizei schoss auf den mutmaßlichen Täter

Nach Tötungsdelikt in Bollschweil: Vater wird Haftrichter vorgeführt

Nachdem ein Vater in Bollschweil mutmaßlich seine Tochter getötet hat, wird er nun dem Haftrichter vorgeführt. Der Mann hatte massive Gewalt gegen das Mädchen angewandt.

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In Bollschweil (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) soll ein Vater am Samstagvormittag seine Tochter getötet haben. Der 58-Jährige sollte am Sonntag einem Haftrichter vorgeführt werden. Zum Ausgang der Vorführung wollten sich die Ermittler noch äußern.

Vater dringt in Wohnung seiner Ex-Frau ein

Nach derzeitigem Ermittlungsstand soll der 58-Jährige zur Wohnung seiner Ex-Frau und der beiden gemeinsamen Kinder gefahren sein, um diese für das Wochenende abzuholen. Entgegen dem Willen der Ex-Frau soll der Mann dann ins Haus eingedrungen sein und die Frau und seinen Sohn aus der Wohnung ausgesperrt haben. Die gemeinsame Tochter hingegen soll er in seine Gewalt gebracht haben.

Kurz zuvor soll es bereits zu einer Auseinandersetzung am Telefon zwischen den Eltern gekommen sein. Schon als der Vater zum Haus gefahren kam, habe er mit seinem Wagen einen Gartenzaun und einen dort stehenden Blumenkübel gerammt, so die Polizei.

SWR-Reporter Thomas Hermanns war am Samstagabend vor Ort und schilderte seine Eindrücke: "Die Leute verstehen noch nicht ganz, was passiert ist", so seine Einschätzung.

Beamter macht von Schusswaffe Gebrauch

Als die Polizei eintraf, sahen die Beamten durch ein Fenster, wie der Vater massive Gewalt gegen seine Tochter anwandte. Um ihn daran zu hindern, habe ein Beamter von der Schusswaffe Gebrauch gemacht und durch das Fenster auf den Mann geschossen, heißt es in der Pressemitteilung. "Dabei wurde der 58-Jährige, wie sich später herausstellte, zwar getroffen. Dennoch konnte er sich mit dem Mädchen aus dem Sichtfeld der eingesetzten Polizisten in einen nicht einsehbaren Bereich des Wohnhauses zurückziehen."

Rettungsdienst konnte nur noch den Tod des Mädchens feststellen

Als kurz darauf weitere Polizeikräfte in das Haus eindringen konnten, stießen sie dort auf den Mann und sein lebloses Kind. Der Rettungsdienst konnte nur noch den Tod des Mädchens feststellen.

Der Vater habe sich danach widerstandslos festnehmen lassen, so die Polizei. Er wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Nach derzeitigem Kenntnisstand wurde er durch den Schuss nicht lebensgefährlichen verletzt. Wie oft der Polizist auf den mutmaßlichen Täter geschossen hat, war zunächst nicht bekannt.

Die Mutter und der Bruder des getöteten Mädchens werden medizinisch und psychologisch betreut. Die Ermittlungen zum polizeilichen Schusswaffengebrauch werden durch das Landeskriminalamt Baden-Württemberg geführt.

Bürgermeister: Unterkunft für Frau und Sohn finden 

Bollschweils Bürgermeister Jörg Wagner (parteilos) zeigte sich laut "Bild" schockiert: "Jeder fragt sich natürlich, wie so etwas hier in unserem beschaulichen Ort passieren konnte." Die Betroffenheit im Ort sei groß, in der Nachbarschaft hätten Anwohner noch versucht, zu helfen. Er selbst habe Kinder im ähnlichen Alter wie das Opfer und stehe unter Schock. Nun wolle man für die Ex-Frau des mutmaßlichen Täters und ihren Sohn eine Unterkunft finden, falls sie nicht in ihre Wohnung zurückkehren wollten.

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SWR

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